Lampertheim

Schienenverkehr Bürgermeister Gottfried Störmer befürchtet bei ICE-Trassenplanung das Schlimmste

„Bahn lässt Katze aus dem Sack“

Lampertheim.„Jetzt ist die Katze aus dem Sack“, sagt Bürgermeister Gottfried Störmer zur Berichterstattung dieser Zeitung über die ICE-Trassenpläne der Bahn (SHM vom 12. Februar). Darin hatte die Bahn mitgeteilt, drei Trassenvarianten zu prüfen: die Bündelung mit der A 5 beziehungsweise der A 67 und eine Durchquerung des Lampertheimer Waldes bei Neuschloß, um in senkrechter Linie auf den Mannheimer Hauptbahnhof zuzufahren.

Verknüpft mit dem Ziel, die Verbindung zwischen Frankfurt und Mannheim binnen 29 Minuten zu bewältigen, sieht Störmer die sogenannte C-Trasse, gegen die sich die Stadt seit Jahren wehrt, in Vorlage. Es sei also „vom Schlimmsten“ auszugehen. Stadt, Bürgerinitiative Bila und Bürgerkammer Neuschloß wollten eine gemeinsame Position gegen die gefürchtete Waldzerschneidungstrasse formulieren.

Dabei soll die Bevölkerung möglichst weitgehend einbezogen werden. Beispielsweise beim Lichterzug, der am Freitag, 1. März, 17.30 Uhr, durch den Wald bei Neuschloß ziehen wird. Weitere Öffentlichkeitskampagnen werden nach Einschätzung des Bürgermeisters nötig sein, um die noch für dieses Jahr erwartete Entscheidung der Bahn zu beeinflussen.

Bauhof auf der Suche

Im Pressegespräch nimmt Störmer auch zum Antrag der Lampertheimer CDU Stellung, den die Fraktion in die nächste Stadtverordnetenversammlung einbringen will. Darin wird ein interkommunales Vorgehen mit der Stadt Bürstadt vorgeschlagen, was die Suche nach einem Standort für den Lampertheimer Bauhof betrifft (wir berichteten). Demnach steht nach Einschätzung der CDU in Bürstadt ein geeignetes Gelände zur Verfügung. Einem solchen Vorgehen begegnet Störmer mit Skepsis. Mit seiner Bürstädter Amtskollegin Bärbel Schader sei er sich einig, dass die Einsatznotwendigkeit der Bauhöfe eine baldige Entscheidung erzwinge. Diese sei mit Blick auf eine gemeinsame Lösung aber nicht zu haben.

Zudem müssten die Technischen Betriebsdienste in gewissen Situationen schnell zur Stelle sein, etwa bei Schneefällen. Dies werde aus Sicht Lampertheims aber erschwert, wenn der Bauhof seinen Standort in Bürstadt bezöge. Derzeit werden laut Störmer drei Standortoptionen geprüft: im Gewerbegebiet an der Wormser Landstraße, auf dem Gelände von Energieried in der Industriestraße (der Versorger zieht ins Gewerbegebiet um) und ein Verbleib auf dem bisherigen Gelände.

In der Diskussion über die Einrichtung einer Kulturstätte auf dem geplanten Biedensand-Campus möchte sich der Bürgermeister zeitlich nicht unter Druck setzen lassen (SHM vom 7. Februar). Zugleich erwartet Störmer in absehbarer Zeit Hinweise aus den Untersuchungen, die sich mit den Aussichten für eine Kulturstätte im Zentrum befassen. Vor diesem Hintergrund werde es möglich sein, gegenüber Landrat Christian Engelhardt Aussagen zu machen. Laut Störmer wird in Gesprächen zwischen Stadt und Kreis als Träger des Schulbusverkehrs demnächst über die Verkehrsentwicklung rund um das Schulzentrum West beraten. urs

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