Lampertheim

Innenstadtverdichtung SEL verkauft im Quartier Sedanstraße vier Grundstücke, die sich für Einzel- und Doppelhäuser eignen

Bauwillige können Gebote abgeben

Lampertheim.622 Bewerber stehen derzeit auf der Warteliste der Stadtentwicklung Lampertheim (SEL). Rund die Hälfte davon Spargelstädter, die gerne in ihrer Heimatstadt bauen würden. Die andere Hälfte potenzielle Neubürger. Doch was tun, wenn gerade keine Ackerflächen mehr zu Bauland entwickelt werden können? Dieser Frage hat sich die Stadt Lampertheim gestellt. Eine Lösung: die Innenstadtverdichtung.

Das Ganze sei zunächst Neuland für die SEL gewesen, erklärt Erster Stadtrat und Geschäftsführer der Gesellschaft Jens Klingler rückblickend. Sein Team habe zunächst ein Konzept für ein mögliches Quartier zwischen der Sedanstraße und der Wilhelmstraße erarbeitet und das Pilotprojekt 2016 in einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Dann folgten die ersten Ankaufsverhandlungen mit den Eigentümern, so dass im Jahr 2017 die Bagger mit dem Abriss von alten Gebäuden beginnen konnten.

Mindestgebot von 650 Euro

Nach der Erschließung des ersten Bauabschnitts kann die SEL nun vier neue Grundstücke anbieten, die für Einzel- oder Doppelhausbebauung geeignet sind, sowie eine Fläche für ein Mehrfamilienhaus. Die vier kleineren Grundstücke – zwischen 254 und 318 Quadratmetern – sollen durch ein Bieterverfahren mit einem Mindestgebot von 650 Euro pro Quadratmeter versteigert werden. Das Mehrfamilienhaus-Grundstück ist bereits verkauft.

„Das Bieterverfahren soll im Dezember eröffnet werden“, sagt Jens Klingler auf Anfrage. Auch dieses Vorgehen sei bei der SEL ein Novum. Bei dem Verfahren können Bau-Interessenten ein Gebot in einem verschlossenen Umschlag bei der SEL abgeben. Nach Ablauf einer entsprechenden Frist werden die Umschläge unter den Augen der Aufsichtsratsmitglieder geöffnet. Das höchste Gebot erhält schließlich den Zuschlag. Details des Prozederes würden in den kommenden Wochen noch geklärt, so Klingler im Gespräch mit dieser Reaktion.

„Bisher hat die Stadtentwicklung Ackergrundstücke angekauft, erschlossen, parzelliert und an private Häuslebauer verkauft. Im Quartier Sedanstraße hatten wir jedoch ganz andere Voraussetzungen und dadurch auch höhere Kosten“, begründet der Geschäftsführer das Mindestgebot.

Vor der Projektierung habe eine ungünstige Flächenaufteilung vorgelegen. Die Grundstücke waren sehr groß, aber verhältnismäßig gering bebaut. Die Fläche könne nun sehr viel effizienter genutzt werden, betont Klingler. Das sei ganz im Sinne der Innenstadtverdichtung. Doch trotz der größeren Bebauungsdichte soll „eine grüne Wohnsituation erhalten bleiben“, macht der Erste Stadtrat deutlich. Dazu sollen neben Gärten auch öffentliche Grünflächen beitragen. off

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker überregional