Lampertheim

Grundschulen Übergangslösungen für Schiller- und Pestalozzischule / Landrat: Ausbau der Nachmittagsbetreuung erklärtes Ziel des Kreises

Bedarf an Betreuungsplätzen wird weiter steigen

Archivartikel

Lampertheim.Kurz vor den Sommerferien können alle Eltern von künftigen Erstklässlern aufatmen, die in den letzten Wochen vielleicht gebangt haben, ob ihr Kind an seiner Schule einen Betreuungsplatz bekommt. Wie schon berichtet, ist der Bedarf sowohl an der Schillerschule als auch an der Pestalozzischule im kommenden Schuljahr deutlich größer als bisher. Deswegen hatten sich im Frühjahr beide Schulen beziehungsweise die Trägervereine der Betreuung um eine Erweiterung ihres Angebots bemüht.

An der Schillerschule wird der Viernheimer Verein Lernmobil als Träger eine vierte Gruppe einrichten und künftig 100 statt bisher 75 Kinder betreuen. Der Kreis habe die Finanzierung zugesagt, und personell sei der Verein so gut ausgestattet, dass er die zusätzlichen Aufgaben stemmen könne, sagte Gerd Baltes, Geschäftsführer des Vereins, auf Anfrage. Auch die Stadt steuere 10 000 Euro Zuschuss pro Schuljahr bei – wie allen Schülerbetreuungsgruppen. Räumlich sei die Erweiterung kein Problem, man arbeite sehr gut mit der Schulleitung zusammen, so Baltes. Rektorin Annette Wunder-Schönung ist „sehr froh, dass alles geklappt hat“ und kein Kind mehr auf einer Warteliste stehen müsse. Lediglich die Versorgung mit Mittagessen werde in der Organisation nun etwas anspruchsvoller, so Baltes. Dieses Problem werde sich vermutlich dann lösen, wenn die Schillerschule – wie beantragt – im Schuljahr 2020/21 dem vom Land Hessen finanzierten Pakt für den Nachmittag beitritt und dann auch eine eigene Mensa braucht.

Lernmobil übernimmt mit dem neuen Schuljahr 2018/19 auch die Trägerschaft an der Hofheimer Nibelungenschule. Hier ist nämlich ebenfalls ein Ausbau nötig. Der Elternverein, der die Betreuung von 25 Kindern bisher ehrenamtlich organisiert hat, hatte rechtzeitig erklärt, dass er mehr nicht stemmen kann, und die Aufgabe an den Kreis als Schulträger zurückgegeben. Der ist mit Lernmobil einig geworden, so dass in Hofheim nun 50 Kinder betreut werden können.

Eilbeschluss im Kreisausschuss

Für die Pestalozzischule konnte ebenfalls eine Übergangslösung gefunden werden. In der vergangenen Woche hat der Kreisausschuss via Eilbeschluss zugestimmt, dass eine vierte Betreuungsgruppe eingerichtet und vom Kreis bezuschusst wird. Dies teilte das Landratsamt auf Anfrage mit. An der Schule im Lampertheimer Osten ist ein Elternverein Träger der Schülerbetreuung. Nach Angaben des Kreises sind im kommenden Schuljahr 17 zusätzliche Plätze nötig. Da aber weder räumlich noch personell bis Anfang August eine vierte Betreuungsgruppe eingerichtet werden könne, habe man sich zunächst auf eine „Überbelegung der vorhandenen drei Gruppen mit insgesamt sechs Kindern“ geeinigt. Eine vierte Gruppe solle dann spätestens zu den Herbstferien eröffnet werden, heißt es aus Heppenheim. Alle Eltern würden noch vor den Ferien vom Trägerverein über den Zeitpunkt der Aufnahme ihres Kindes informiert.

An den restlichen Grundschulen und bei den städtischen Hortplätzen im Europaring und an der Saarstraße besteht derzeit nach Angaben der Stadt beziehungsweise der Schulen kein weiterer Bedarf. Allerdings gehen sowohl Stadt als auch Kreis von steigenden Zahlen aus. Die Prognosen des Kreises sehen deutliche Zuwächse bei den Schülerzahlen voraus. „Die Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen auszubauen, ist erklärtes Ziel des Kreises“, erklärt Landrat Christian Engelhardt. „Allen Eltern im Kreis sollten die Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die sie in Anspruch nehmen möchten. Mit dem Pakt für den Nachmittag wollen wir dazu einen Beitrag leisten“, heißt es in seiner schriftlichen Erklärung weiter. Allerdings sei es für den Kreis als Schulträger wichtig, frühzeitig über die erwarteten Bedarfe informiert zu werden. Denn zur Einrichtung von qualitativ hochwertigen und zeitlich ausreichenden Angeboten seien auch entsprechende räumliche Voraussetzungen und damit oft auch umfangreiche Baumaßnahmen nötig, so der Landrat.

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