Lampertheim

Geburtstag Lampertheimer Richard Mohr ist 95 Jahre alt geworden

Beeindruckendes Gedächtnis

Archivartikel

Lampertheim.Infünf Jahren kann Richard Mohr seinen 100. Geburtstag feiern – und wer ihn an seinem 95. Geburtstag sieht, zweifelt nicht daran, dass er auch dieses Ziel erreichen wird. Beeindruckend sein Gedächtnis, wenn er detailgetreu aus seinem Leben berichtet. Das fand auch Erster Stadtrat Jens Klingler, der dem Jubilar mit Urkunden und Präsenten gratulierte.

Geboren wurde Richard Mohr zwar in Heddesheim, aber die Familie zog schon 1931 nach Mannheim in die Quadrate, wo er zusammen mit fünf Brüdern aufwuchs. Der Vater starb bereits 1934. Eine schwere Aufgabe sei es für die Mutter gewesen, die Kinder alleine aufzuziehen, erinnert sich der Jubilar. „Wir waren immer, wenn möglich auf der Gasse zum Spielen“, erzählt Richard Mohr aus seiner Jugend und bedauert gleichzeitig, dass die heutige Jugend in einem technisierten Umfeld auf- wächst.

Werkzeugmacher war sein Lehrberuf, die Gesellenprüfung legte er 1942 ab. Von der SS wurde er immer wieder umworben, schließlich ging er zur Wehrmacht, um dem Drängen auszuweichen. Mit der Luftwaffe war er in Italien, später in Belgien, wo er 1944 von den Amerikanern gefangen genommen wurde.

Ein neues Leben begann 1946 wieder in Mannheim. Der Benz war bis zur Verrentung Richard Mohrs Arbeitgeber. Gewerkschaftlich war er dort engagiert, seine Tätigkeit reichte vom Vertrauensmann bis zum freigestellten Betriebsrat. Beim Benz lernte Richard Mohr auch seine spätere Frau Annemarie, eine Lampertheimerin, kennen. 1949 heiratete das Paar, zog zu den Schwiegereltern nach Lampertheim und bekam drei Kinder. Tochter Else lebt im selben Haus wie ihr Vater.

Gefragt nach seinen Hobbys weist der Jubilar auf eine reichhaltige Gesteinssammlung in der Vitrine hin. Mit seiner Frau, die 2014 starb, war Richard Mohr oft in die Schweiz gefahren, um in Höhlen nach seltenen Steinen zu suchen. Glanzstück war ein Ammonit mit dem Abdruck eines Kopffüßlers, erinnert er sich. Dazu kam der Wintersport mit viel Langlauf. Auch das Radfahren in der Umgebung gehörte dazu.

Da seine Beweglichkeit mittlerweile etwas eingeschränkt ist, widme er sich Richard Mohr mehr dem Lesen. Er bevorzugt historische Bücher, und auch die klassische Musik kommt nicht zu kurz. Puccini ist sein Lieblingskomponist. Unterstützung im Alltag erhält der 95-Jährige von der Diakonie, das Essen kommt auf Rädern. Tochter Else ist für alles andere zuständig. Gefeiert wurde am Wochenende, wobei der weiteste Gratulant aus der Schweiz kam. sto

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