Lampertheim

Show Musiker-Initiative lässt die Liverpooler Pilzköpfe im Schwanensaal hoch leben / Besucher schwelgen in Erinnerungen

Bei Beatles-Hits fällt das Stillhalten schwer

Lampertheim.Wird der Sitztanz der Modetanz der Coronazeit? Die Zuschauer übten sich bei „History of Beatles – eine musikalische Zeitreise“ jedenfalls eifrig in dieser neuen Disziplin. Mitklatschen und Applaus waren erlaubt, Singen und Tanzen leider nicht. Dabei konnten sich die Besucher nur schwer zurückhalten, so mitreißend präsentierte die Musiker-Initiative Lampertheim (MIL)das Zuhörkonzert.

Vor 50 Jahren veröffentlichten die Beatles ihr letztes Album. Die „Fab Four“ prägten die Musikgeschichte wie keine andere Band. Grund genug für die Musiker, die unvergleichliche Ära der vier „Pilzköpfe“ aus Liverpool im Schwanensaal nochmal aufleben zu lassen.

Schon der Auftakt mit einem Medley aus „A Hard Days Night“, „Drive My Car“, und „Can’t Buy Me Love“ klang vielversprechend. „Früher hat man noch Haare gehabt“, erinnerte sich Sänger Helmut Wehe an die guten alten Headbanging-Zeiten. Bei den unzähligen Nummer-Eins-Hits sei ihnen die Auswahl schwergefallen, berichtete der Projektleiter. Schlag auf Schlag ging es mit „All My Lovin“, „Ticket to Ride“ und „Please Please Me“ aus dem ersten Studioalbum weiter. Dazwischen erwies sich Bassist Christian Lindner als versierter Beatles-Kenner und unterhielt das Publikum mit allerlei Wissenswertem. „Die Stones wären nie so erfolgreich gewesen, wenn die Beatles nicht die Türen für englische Bands geöffnet hätten“, hob er die Bedeutung der Musiker hervor.

„Eight Days a Week“ habe bereits 1,8 Millionen Vorbestellungen gehabt, bevor die Single auf den Markt kam, erzählte er beim nächsten Stück. Das Lied sei in nur wenigen Stunden direkt in den berühmten Abbey Road Studios entstanden und erreichte den ersten Platz der Billboard Charts. Beim Song „Penny Lane“, mit dem die Beatles eine Straße ihrer Heimatstadt besangen, beschrieb er seine Reise nach Liverpool in der Jugendzeit.

Die Musiker traten stilecht in schwarzen Anzügen auf, die Bühne war mit Sgt.-Pepper-Uniformen und Gitarren passend dekoriert. „1965 haben die Beatles Hemd und Anzug gegen Rollkragen getauscht“, wusste Gitarrist Matthias Klöpsch, während er sich die Krawatte vom Hals nahm und mit „Help“ richtig aufdrehte. Zum melodiösen „Let It Be“ passte seine akustische Gitarre wunderbar. Hans-Jürgen Götz lieferte bei „With a Little Help from My Friends“ eine erstklassige Performance am Schlagzeug.

Mit „Back in the U.S.S.R.“, „Twist and Shout“ und dem Boogie Woogie „Lady Madonna“ nahm das Konzert nochmal Fahrt auf. Die Besucher freuten sich über den Gute-Laune-Song „Ob-La-Di Ob-La-Da“ und schwelgten beim besinnlichen „Hey Jude“ in Erinnerungen.

„Schön, mal einen ganzen Abend eigene Lieder spielen zu können“, scherzte Lindner, „ich hätte nicht gedacht, dass sie so gut ankommen.“

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