Lampertheim

Freizeit Verein „Im Bruch“ verpachtet 132 Parzellen im Lampertheimer Süden / Heute Sommerfest

Bei den Kleingärtnern ist die Natur noch intakt

LAMPERTHEIM.Durch die Bruchgasse weht ein angenehmes Lüftchen. Die Blätter der großen Bäume rascheln, Schilf schaukelt entlang des Grabens. Vogelgezwitscher und der Duft von reifen Mirabellen und Wildblumen lockt in einen breiten Schotterweg, an dem sich beidseitig Gartentor an Gartentor reiht. Es grünt, soweit das Auge reicht. Aus einem der Gärten steigt eine dünne Rauchsäule auf und der Geruch von gegrilltem Fleisch liegt in der Luft. Hinter dem rosenbewachsenen Gittertor liegt Sanja Kovacevics heile Sommerwelt.

Kleines Gartenparadies

„Hier verbringe ich von Frühling bis Herbst fast jeden Tag“, erzählt sie. Kovacevic ist Vorsitzende des Kleingärtnervereins Lampertheim (KGV) „Im Bruch“. Sie hat sich im Lampertheimer Süden wie die 135 Mitglieder ihr eigenes, kleines Gartenparadies aufgebaut. 132 Gärten verpachtet der Verein auf dem großen Areal hinter dem Bachgraben. „Die meisten Gärtner hier wohnen in Mehrfamilienhäusern in der Stadt, haben dort keine Möglichkeiten für einen Garten“, erklärt die Naturfreundin. Kovacevics „Naherholungsgebiet“ ist mit rund 400 Quadratmetern etwa so groß wie der durchschnittliche Vereinsgarten. Hinter einer gepflegten Rasenfläche hat sie Gemüse- und Obstbeete angelegt, auf beiden Seiten des gepflasterten Weges finden Insekten auf Tulpen, Strauchmargeriten oder Mohnblumen ein Zuhause. Am Rande des Grundstücks wachsen kleine Apfelbäume. Die geforderte Fläche für Nutzpflanzen von einem Drittel, so sieht es das hessische Kleingärtnergesetz vor, hat sie übertroffen.

Für die meisten Gärtner im Bruch ist das kein Problem. Ein Arbeiten mit der, nicht gegen die Natur sind der Vereinsvorsitzenden wichtig. „Jede Parzelle sollte zu gleichen Teilen aus Erholungsflächen, also Rasen oder Wiese, Obst- und Gemüseflächen bestehen“, erklärt Sanja Kovacevic die Regeln. Einer der Gründe, weshalb die Natur im Lampertheimer Bruch noch intakt zu sein scheint. In Zukunft wollen die Kleingärtner aber noch mehr dafür tun.

Mit einem frei werdenden Garten hat die Vorsitzende große Pläne. Sie möchte einen Lehrgarten einrichten, zu dem alle Mitglieder Zutritt haben. Besonders Kinder können hier den richtigen Umgang mit der Natur und einiges über die Gartenarbeit lernen. Für die Mitglieder zählt aber nicht nur die Natur, sie sind eine eingeschworene Truppe. „Gemeinschaft wird hier groß geschrieben“, sagt Kovacevic. Im Sommer werde oftmals der Grill angeworfen. Auch leihe man sich gegenseitig Werkzeug. Einen Garten gibt es in der Anlage für eine jährliche Gebühr von 130 Euro inklusive Wasserversorgung aus einem Brunnen. Stromanschluss gibt es dagegen nicht. Jedes Mitglied muss jährlich acht Arbeitsstunden leisten.

Natur zu diesem Preis – das scheint beliebt. Pächter bleiben oft jahrzehntelang. Neuanwärter haben es dagegen schwer. „15 Personen stehen auf der Warteliste“, sagt die Vorsitzende. Je nach Ausstattung des Gartens können auch Übernahmekosten fällig werden.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional