Lampertheim

Jubiläum 20 Jahre Lokales Gesundheitsforum / Vortrag von Professor Nicolai Worm zu Fettleber und Diabetes

Beispielgebende Vernetzung von Wissen

Archivartikel

Lampertheim.Zu einer besonderen Veranstaltung begrüßte Andreas Förster, Sprecher des Gesundheitsnetzes der Ärzteschaft Lampertheim (Gala), Mediziner, Ehrengäste, Verantwortliche der Volkshochschule (vhs) und zahlreiche Zuhörer im Sitzungssaal des Stadthauses.

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Lokales Gesundheitsforum“ dankte der Allgemeinmediziner auch den Mitstreitern wie Rolf Hecher, dem pädagogischen Leiter der vhs, Mitarbeiter Ludwig Baumgartner und Charly Hartnagel an der Technik. Vor allem ging sein Dank an den Initiator des Gesundheitsforums, Dr. Karl-Wilhelm Klingler, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin. Im März 1998 hielt er den ersten Vortrag. „Mittlerweise ist es das 93. Lokale Gesundheitsforum und wir haben uns das Ziel gesetzt, die 100 voll zu machen“, bekräftigte Förster. Ein Dankeschön richtete er ebenfalls an die Besucher, die der Gala-Veranstaltung die Treue hielten.

Die erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz lobte die Gala-Mitglieder für ihre engagierte Arbeit in Lampertheim und über die Stadtgrenzen hinaus. Schließlich leisteten sie dieses Engagement neben ihren Aufgaben im Beruf. Seit 20 Jahren solch bestens vernetzte Arbeit vor allem in der Prävention durchzuführen, sei beispielsgebend. Stolz wünschte der Ärzteschaft viel Erfolg für die weiteren Jahre. Im Gesundheitsforum seien Vorträge mit unterschiedlichen Themen von Fachleuten zu hören, stimmte Bürgermeister Gottfried Störmer zu. Diese Reihe sei eine herausragende Leistung für die Patienten und die für die Stadt Lampertheim. Der Verwaltungschef freue sich über die qualifizierten und engagierten Ärzte sowie über ihre medizinische Versorgung auf hohem Niveau. Er wisse die Menschen in guter Obhut – und äußerte drei Wünsche. Von den Ärzten: „Bleiben Sie so engagiert.“ Von den Besuchern: „Bleiben Sie interessiert.“ Und für die Gesamtheit: „Bleiben Sie gesund.“

Einige Probleme trieben die Ärzteschaft um, erklärte Klingler, wie die Frage, ob sich für die älteren Kollegen ein Nachfolger finde, und das Thema der Zweiklassenmedizin. „Jeder Arzt wird sich für seine Patienten einsetzen, egal welchem Versicherungssystem sie angehörigen. Jeder erhält die gleiche Qualität“, bestärkte Klingler. Und kündigte Professor Nicolai Worm an, der das Therapiekonzept Leberfasten inszeniert hat. Ein sehr wichtiges Thema, so Klingler.

Lebensstil wirkt sich auf Leber aus

Worm referierte über „Fettleber und Typ-2-Diabetes – eine unheilvolle Allianz“. Insbesondere die nichtalkoholische Fettleber, die häufigste chronische Lebererkrankung, könne Diabetes und Leberkrebs auslösen. Zuerst leide die Leber still. Durch die Entzündung des Organs entstünden Beschwerden, und eine Hepatitis entstehe. Diese Stoffwechselerkrankung habe ein vielfältiges Erscheinungsbild, wie Übergewicht, vermehrtes Bauchfett, erhöhte Blutfettwerte und Blutzuckerspiegel, und sei ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

„Wir müssen über den Leberrand hinausschauen“, motivierte Worm. Denn in Deutschland seien mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig. Beispielsweise sei eine Ernährung mit zu vielen Kohlenhydraten und Nahrungsfetten, ein Alkoholmissbrauch sowie Rauchen schädlich für die Leber. Außerdem ein Mangel an Bewegung. Wenn dem Körper mehr Kalorien zugeführt würden, als er abbauen könne, lagere er die vermehrte Energie als Fett ein, unter der Haut als Fettgewebe und in der Leber. Und die Fetteinlagerungen in der Leber zählten zu den hauptsächlichen Ursachen von Diabetes Typ 2. Die Fettleber müsse abgebaut und damit die Gesundheit geschützt werden.

Worm empfahl, zum Beispiel auf zuckerhaltige Smoothies zu verzichten und besser Früchte essen, sich viel zu bewegen und am sinnvollsten Ausdauersport zu betreiben. Vom Arzt solle unbedingt ein Ultraschall der Leber gemacht und noch dazu ein Risikorechner angewendet werden, bedienbar mit einer Exceltabelle. Für Betroffene heiße es dauerhaft gesund ernähren. Er schlug vor, nach seiner aufgestellten Flexi- Carb-Pyramide zu leben. Da es bis heute kein einziges Medikament gegen die Erkrankung gebe, habe der Ernährungswissenschaftler das Leberfasten speziell bei nichtalkoholischer Fettleber herausgebracht, damit das Organ effektiv entfettet werden könne. roi

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