Lampertheim

MGV 1892 Hüttenfeld Sondersitzung wegen schlechter Finanzlage / Alle Abteilungen bleiben bestehen

Beiträge verdoppeln sich

Archivartikel

Hüttenfeld.Der MGV 1892 Sängerbund Hüttenfeld, allen voran der Vorstand, muss vorausschauend planen. Das hat er getan und ist dabei zu dem Schluss gekommen, dass der Verein finanziell auf den Untergang zusteuert, wenn man nicht die Reißleine zieht. Rücklagen sind zwar noch vorhanden, aber wenn sich die roten Zahlen der vergangenen Jahre fortsetzen, wäre der Verein in wenigen Jahren pleite.

Das war der Anlass, aus dem die Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung einberufen wurden, die nur einen einzigen Tagesordnungspunkt hatte: die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags. Und die ist gravierend. Alle aktiven Sänger, Kinder- und Jugendchor inbegriffen, sollen 100 Prozent mehr aufwenden als bisher. In Zahlen ausgedrückt: Erwachsene zahlen von nun an 96, Kinder 48 Euro im Jahr. Der Beitrag der passiven Mitglieder (derzeit 36 Euro) bleibt unverändert. Es wurde heftig diskutiert, aber die Mehrzahl der Mitglieder (30) stimmte dieser Erhöhung bei zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen zu.

Selbst nach dieser drastischen Erhöhung liegt der Verein nun mit den meisten Chören im Sängerkreis gleichauf. Somit sind die Defizite der vergangenen Jahre leicht abgefedert, aber noch nicht beseitigt.

Rote Zahlen analysiert

Vereinspräsident Kurt Muntermann und Rechnerin Anja Kolb-Kokocinski erläuterten die Gründe für die finanzielle Talfahrt. Da sind zunächst die Ausgaben, die sich hauptsächlich aus den Honoraren der beiden Chorleiter ergeben.

Marc Bugert leitet inzwischen drei Erwachsenenchöre, was mit Mehraufwand und damit einhergehender Honorarerhöhung verbunden ist, ohne dass sich die Zahl der zahlenden Mitglieder erhöht hat. Denn der neue gemischte Chor setzt sich größtenteils aus den Sängern des Frauen- und Männerchors zusammen.

Das Honorar des Dirigenten der Young Voices, Ronald Ehret, ist dagegen nahezu gedeckt, da einige Organisationen und die öffentliche Hand Nachwuchsarbeit stark bezuschussen. Die Verträge mit den Chorleitern neu zu verhandeln, ist nicht geplant, da sich auch deren Gehälter im Vergleich zu anderen Vereinen im unteren Bereich bewegen. Günstigere Chorleiter wären kaum nicht zu finden.

Ein weiterer Faktor betrifft die geringeren Einnahmen der vergangenen Jahre: Die lukrativen Veranstaltungen wie „Närrische Singstunde“ oder das Schlosskonzert sind aufgrund der Überforderung der zunehmend älter werdenden Aktiven nicht mehr zu bewerkstelligen.

Es wurde heftig und kontrovers, aber auch sachlich diskutiert. Vor allem, wie man neue Einnahmequellen erschließen kann und ob alle Möglichkeiten an Sponsoring und Zuschüssen ausgeschöpft würden. Der Vorstand will weitere geldbringende Aktivitäten des Vereins abwägen.

Muntermann konnte am Ende der sachlich geführten Versammlung konstatieren, dass nun im positiven Sinn Bewegung in den Verein komme. Eine Schließung des Kinder- und Jungendchors („Young Voices“), die ein Mitglied noch vor einem halben Jahr bei der Jahreshauptversammlung vorgebracht hatte, oder auch die Aufgabe anderer Abteilungen ist damit jedenfalls vom Tisch. ron

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