Lampertheim

Naturschutzbund Tag der offenen Tür in der Grube Feuerstein / Auch viele Kinder machen begeistert mit

Ben und Niklas freunden sich mit Kreuzkröte an

Archivartikel

Lampertheim.Der Sonntag zeigt sich von seiner besten Seite: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und warme Temperaturen. Die Natur ist zum Leben erwacht und lockt die Menschen hinaus ins Freie. Viele haben sich auf den Weg zur Grube Feuerstein gemacht, wo die Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Lampertheim zum Tag der offenen Tür eingeladen haben.

Vor allem Familien mit Kindern schließen sich den Exkursionen der Naturschützer an, die zum spannenden Abenteuer werden. Denn es gibt vieles zu entdecken. „Wir wollen die Menschen in Lampertheim und der Region auf das Rückzugsgebiet mit seinen vielen Tier- und Pflanzenarten aufmerksam machen und es auf eine anschauliche Weise zeigen, denn es gibt immer weniger davon“, erklärt Andrea Hartkorn, die Vorsitzende der Lampertheimer Gruppe. Im Biotop könne die Natur hautnah, mit allen Sinnen erlebt werden.

Dass der Tag für Groß und Klein interessant ist, wird die nächste Stunde zeigen. Ein ganz besonderes Ereignis ist für die Mädchen und Jungen die Amphibienstation. Gerd Will hütet die Terrarien, in denen sich Kröten, Frösche und Molche tummeln. Diese Amphibien dürfen sogar angefasst werden. Die Kinder haben kein bisschen Scheu davor. Ben und Niklas nehmen nacheinander behutsam eine Kreuzkröte in die Hand und später einen Bergmolch. „Hier habe ich Erdkröten im Doppelpack“, sagt Amphibien-Experte Will und zeigt eine dicke Kröte, die das etwas kleinere Männchen huckepack trägt. Will erklärt, dass sich die Amphibien auf Laichwanderung befanden. Sie seien von ihrem Winterquartier, dem gegenüberliegenden Waldgebiet, über den Weg bis hin zum Laichgewässer gewandert.

In den, von den Naturschützern angelegten Tümpeln vor dem Gewässer sind dann auch unterschiedliche Eiablagen zu sehen. Klaus Feldhinkel, Botaniker und zweiter Nabu-Vorsitzender, sowie Vogelfachmann Dieter Melchior bieten einen Rundweg um die Grube Feuerstein an, mit kurzen Stopps und fachlichen Erklärungen. „Wir haben hier ein sehr schönes Vogelschutzgebiet“, sagt Melchior. Schon wegen der Nähe zum Wald und zum Wasser. Aus dem Vogelgezwitscher bestimmt er den Gesang von Kohlmeisen und Zilpzalps heraus.

Pflanzliche Überlebenskünstler

Seine Augen auf den Boden gerichtet, marschiert Feldhinkel los und die Besucherschar hinter ihm her. Er entdeckt pflanzliche Überlebenskünstler: verschiedene Arten von gelbblühendem Greiskraut und Nesseln mit blauen Blüten. Wer einen Wellensittich habe, könne ihn mit Vogelmiere füttern, sagt Feldhinkel und hält ein Pflänzchen hoch. Die Kinder hören interessiert zu und machen eifrig mit. Sie kennen Moos und Kiefernzapfen und können die Insekten bestimmen, die sich an den flauschigen Weidenkätzchen der Salweide Nahrung holen.

„Ihr seid die zukünftigen Botaniker!“, ruft Feldhinkel erfreut aus und zeigt den Kindern, wie man auf einem Grashalm pfeift. Dieter Melchior bleibt vor einem kleinen aufgeworfenen Erdhügel stehen. Wer wird den Erdaushub wohl verursacht haben? Auch hier wissen die Kinder Bescheid: der Maulwurf! roi

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