Lampertheim

Berlin die Show gestohlen

Zum Bericht „1. März fällt ins Wasser“ vom 15. November.

Einige werden sich noch an meinen Leserbrief vom April dieses Jahres erinnern. Nachdem das Hallenbad beim zweiten Anlauf die Pforten am 1. März geschlossen hatte und sechs Wochen später immer noch keine Arbeiten zu erkennen waren, hatte ich auf diese Inaktivität in meinem Leserbrief hingewiesen. Zuvor hatte ich noch das Gespräch mit dem Geschäftsführer der Biedensand-Bäder gesucht. Jens Klinglers Aussage nach sei man noch mit internen Vorarbeiten beschäftigt, aber voll im Zeitplan. Das heißt, wir können alle schon mal die Badehose einpacken, wenn es am 1.März 2020 heißt: „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nüscht wie rein ins Hallenbad“, dachte ich. Pustekuchen. Stattdessen werde ich schon mal meinen Neoprenanzug bügeln, damit ich mich im April wieder in das 13 Grad kalte Wasser stürzen kann.

Klinglers Aussage im SHM-Bericht, die Zeitverzögerung hänge damit zusammen, dass keine angemessenen Angebote vorlägen, ist gerade zu grotesk. Heißt das jetzt, wir lassen die Arbeiten ruhen, bis irgendwann eine Dachfirma ein Angebot abgibt, das der Bädergesellschaft in das Budget passt? Da bekommt man es ja mit der Angst zu tun, dass Lampertheim dem Berliner Flughafen die Show stehlen will. Dies bringt mich wieder zu dem Vergleich zwischen Öffentlicher Hand und dem privaten Häuslebauer. Bei Bundes- Landes- und kommunalen Projekten wird erst gehandelt und dann nachgedacht – wenn überhaupt. Dagegen holt der Häuslebauer erst Angebote ein und entscheidet dann, ob er sich einen Neubau oder Umbau leisten kann. Wie gut, dass die Verantwortlichen im öffentlichen Dienst beziehungsweise beamtet sind, sonst hätten wir noch mehr Arbeitslose.

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