Lampertheim

Otto-Hahn-Straße Gewerbetreibende leiden unter Müllbergen und Wildparken / Ordnungsbehörden haben Situation im Blick

Beschwerden über Eventcenter reißen nicht ab

Archivartikel

Lampertheim.Der Can Gala Eventcenter eines türkischen Betreibers in der Lampertheimer Otto-Hahn-Straße erfreut sich einerseits großer Beliebtheit, die sich an den hohen Gästezahlen bei Feierlichkeiten – etwa Hochzeiten oder religiösen Festen – bemisst. Zugleich zieht die Adresse immer wieder auch das Missfallen von Anliegern dieses Stadtviertels auf sich.

Inzwischen kontrolliert auch das Regierungspräsidium in Darmstadt, ob der Betrieb dieses Centers in allen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Dies vor allem mit Blick auf die Lärmentwicklungen, die bei größeren Veranstaltungen von Besuchern und Musikanlagen offenbar ausgehen.

Gegenüber dem Südhessen Morgen klagt nun die Inhaberin eines Gewerbebetriebs in der Otto-Hahn-Straße über große Hinterlassenschaften von Müll, die sich nach Großveranstaltungen auf den Grundstücken der Anwohner anhäuften – von leeren Flaschen bis zu Baby-Windeln. „Das ist in höchstem Maße verärgernd, schürt Missgunst und Vorurteile“, heißt es. Oftmals brächten die Gäste selber Alkohol mit, der dann aus dem Kofferraum konsumiert werde. Zustände, die sich bis auf wenige Ausnahmen an jedem Wochenende im Jahr so abspielten.

Für inakzeptabel hält die Geschäftsfrau auch das „Wildparken“ in den Straßen rund um den Event-Center. Ein auf ihrem Grundstück installierter Poller zum Schutz gegen Fremdparker sei mutwillig zerstört worden, daraufhin würden wieder unerlaubt Autos geparkt. Durch die zahlreichen Falschparker würden ferner Rettungswege für Katastrophenschützer versperrt.

Über 400 Verwarnungen

Der Leiter des Fachbereichs Verkehr, Sicherheit und Ordnung bei der Lampertheimer Stadtverwaltung, Uwe Becher, bestätigt auf Anfrage, die Vorkommnisse rund um den Veranstaltungs-Center hätten schon häufiger das Eingreifen der Ordnungspolizei provoziert. So seien allein in diesem Jahr bereits über 400 Verwarnungen, vor allem wegen Verstößen gegen die Parkordnung, ausgesprochen worden. Ende vorigen Jahres habe es eine konzertierte Polizeiaktion gegeben, um Präsenz zu zeigen.

Obendrein habe das Kreisbauamt ein vom Eventcenter beauftragtes Lärmgutachten ans Regierungspräsidium verwiesen, da es Unzulänglichkeiten in Bezug auf lärmschutzrechtliche Bestimmungen enthalte. So prüfe die Darmstädter Behörde, ob der Center aufgrund der geltenden Bestimmungen überhaupt in diesem Gebiet betrieben werden darf. Allerdings handele es sich bei der Einrichtung nicht um einen Gastronomie-, sondern um einen Gewerbebetrieb, der in diesem Industriegebiet zulässig sei. Deshalb gälten hier auch großzügigere Lärmschutzbestimmungen als etwa in Wohngebieten. Dennoch würden die Behörden die Entwicklung rund um den Eventcenter auch künftig aufmerksam beobachten und, wenn es erforderlich sei, einschreiten. Auch sei ein gemeinsames Gespräch mit den Ordnungsbehörden von Stadt und Kreis sowie dem Betreiber geplant, um auf eine Verbesserung der Situation hinzuwirken.

Die Geschäftsfrau in der Otto-Hahn-Straße beruhigen diese Aussagen wenig. Vielfach seien die Zufahrten zu den Betrieben während der Großveranstaltungen zugeparkt. Hierdurch würden die Gewerbetreibenden nicht selten an der Fahrt auf ihre eigenen Grundstücke gehindert. Seit Jahren wiesen die Geschäftsleute auf die unzumutbaren Verhältnisse rund um den Eventcenter hin. Für wirksame Abhilfe sei bislang nicht gesorgt worden. Der Eindruck erhärte sich: „Die können hier machen, was sie wollen.“ urs

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