Lampertheim

Musiker-Initiative Im Schwanensaal ist Disco angesagt / Bunte Mischung aus Hits der 1980er Jahre kommt bestens an

Besinnliche Zeit endet mit rasanter Party

Archivartikel

Lampertheim.Disconebel waberte um die aufgehängten Weihnachtsmannmützen auf der Bühne des Schwanensaals. Durch die Dunstschwaden kamen die Lichteffekte erst so richtig zur Geltung und bereiteten die Gäste auf eine tolle Show vor. Ausgelassen feierten die Gäste während der Party der Musiker-Initiative Lampertheim (MIL) und cultur communal.

Die besinnlichen Weihnachtstage sind vorüber und am Ende des Jahres ist Feiern angesagt. Das dachten sich wohl auch die Besucher, denn die Veranstaltung war schnell ausverkauft. Projektleiter des Jahresabschluss-Specials war Helmut Wehe. Der Gitarrist und Sänger hatte bei der MIL-Gemeinschaft nachgefragt, welche Titel die Sänger gerne übernehmen und die Musiker spielen möchten. Denn auch die Bühnenakteure sollten sich wohlfühlen. „Heute stehen nur MILer im Scheinwerferlicht und Siggi Groß bedient das Mischpult“, betonte Wehe.

„Bock auf alles“

Da die MIL-Projekte eine große stilistische Bandbreite abdeckten, war am Freitagabend eine bunte Mischung aus bisherigen Veranstaltungen zu hören. „Wir haben Bock auf alles“, bekräftigte Sängerin Barbara Boll zur musikalischen Vielfalt. Sie würdigte die Vorbereitungen des Projektbeauftragten Wehe, der gegrübelt habe, welche Hits aus welchen Zeiten gespielt werden sollten. „Außerdem haben wir es auch euch zu verdanken, dass wir uns hier austoben können“, wandte sich Boll an das Publikum.

Die Besucher wurden auf eine Zeitreise in die Rock- und Popgeschichte mitgenommen. Die Musikfans tanzten bis in die Nacht hinein. Gemeinsam ließen sie die schillernden Discozeiten hochleben. „Let´s Go“ – und schon war Showtime angesagt. Barbara Boll erzeugte Party-Stimmung mit „Take On Me“, der norwegischen Popgruppe „a-ha“. Keyboarder Patrick Embach sang den Popsong „Video Killed The Radio Star“ aus der Feder des britischen Pop-New-Wave-Duos The Buggles. Das „Oh, Ah, Oh“ sang ein Zuschauerchor mit.

„Ich bediene heute mal die 80er Jahre“, verkündete Boll und stimmte „Eye Of The Tiger“ der US-amerikanischen Rockband Survivor an. Weil den Musikern nur ein Bassist zur Verfügung stand, hatte Hans Heer einen musikalischen Marathon zu bewältigen. Bei der Tour durch die Jahrzehnte griffen dafür gleich drei Schlagzeuger – Hans-Jürgen Götz, Patrick Schneller und Michael Fenzel – zu den Drumsticks und Effektinstrumenten. Die Besucher waren fasziniert von ihrem Spiel und dem scheinbar mühelosen Stil.

Heiko Persson rockte die Bühne und animierte die Zuschauer bei Elton Johns Song „I’m Still Standing“ zum Mittanzen. Bei „Sledgehammer“ von Peter Gabriel brachte Trompeter Hans-Peter Stoll die perfekte Ergänzung. Beim U2-Song „I Still Haven’t Found“ übernahm Gitarrist und Sänger Karl Thomas, zu ihm gesellten sich die Gitarristen Helmut Wehe und Bernd Rasemann.

Glühende Gitarrensaiten

Matthias Klöpsch beeindruckte mit seiner Bühnenpower, wie bei „I Came For You“ und später mit „Killing In The Name“, dem früheren Protestsong der Band Rage Against the Machine, der sich gegen die Brutalität der Polizei und den Rassismus im US-amerikanischen Staatsapparat richtete. Klöpsch lief zur Höchstform auf und ließ die Saiten seiner Gitarre glühen. Die Stimmung im Saal ließ sich mit „Rama Lama Ding Dong“, und „Night Fever“ vorgetragen von Jürgen Rutz, noch steigern. Mit Falcos „Kommissar“ und dem „Goldenen Reiter“, dem Lied der Neuen Deutschen Welle von Joachim Witt, begeisterte Thomas Wörner.

„Früher durfte man samstags im Hof das Auto waschen“, sagte Barbara Boll und leitete zu „Car Wash“, dem Song der US-amerikanischen Soul-, Funk- und Disco-Band „Rose Royce“ über. Hier stand das Gesangs- Quartett Boll, Wehe, Rutz und Schneller im Scheinwerferlicht. Den Titel „Sex On Fire“ der amerikanischen Rockband Kings of Leon übernahm Embach und motivierte die Zuschauer zum Mitmachen: „Runter in die Hocke.“ So konnte sich auch das Publikum austoben. Das Bewegungsprogramm war ein wirkungsvolles Mittel und gab der guten Stimmung noch eins obendrauf. „Es war ein wirklich starker Auftritt der MIL-Akteure“, waren sich die Musikfreunde einig.

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