Lampertheim

„Tag der Schöpfung“ Gottesdienst in der Grube Feuerstein

Beten unter freiem Himmel

Lampertheim.Wo vor einigen Jahrzehnten Sand abgebaut wurde, sich mittlerweile aber die Natur das Land zurückerobert hat, mischten sich zwischen Vogelgezwitscher und Froschquaken sanfte Orgeltöne. Via Handy-Steuerung erklangen diesmal die Kirchenlieder aus den Lautsprechern zum „Tag der Schöpfung“ an der Sandgrube Feuerstein.

Bereits zum zweiten Mal versammelten sich dort Gemeindemitglieder der Martin-Luther-Kirche zu einem ökumenischen Gottesdienst. Pfarrer Ralf Kröger und Pfarrvikar Virginiyus Grigutis wollten diesen Tag – passend zum Thema – wieder in freier Natur veranstalten. Ermöglicht wurde dies durch die Zusammenarbeit mit dem Lampertheimer Naturschutzbund (NABU), der die Sandgrube betreut.

Nach Auszügen aus der Schöpfungsgeschichte aus dem Bibel-Buch Genesis verwies Pfarrer Kröger mit der Frage „Was ist uns geschenkt worden, was können wir bestaunen?“ weiter an NABU-Mitglied Klaus Feldhinkel. Dieser erklärte anschaulich anhand eines mit Flechten überwachsenen Stück Totholz, das dieses immer noch – dank der Symbiose von Pilz und Alge – voller Leben sei.

„Missachtet und zerstört“

Dass Schöpfung dem Menschen in verschiedenartiger Weise begegnen kann, betonte auch Pfarrvikar Grigutis. „Zum Einen erfahren wir ihre Geheimnisse in der Natur, etwa bei einem Spaziergang. Zum Anderen in der Forschung, die Neues schafft, teils jedoch auch Umstrittenes wie Raketen oder Gentechnik“, erklärte er.

Auseinandergedriftet sei der Umgang mit der Schöpfung, stellte daraufhin Pfarrer Kröger fest. „Der Mensch, der am sechsten Tag als Ebenbild Gottes erschaffen wurde, bestaunt und genießt sie einerseits, aber auf der anderen Seite beutet er sie auch hemmungslos aus, missachtet und zerstört sie. Das passt nicht zusammen.“

Doch selbst die Schöpfungsgeschichte spreche von „bebauen und bewahren“, so Kröger. „Auch wenn wir in die Natur teils eingreifen müssen, wie etwa hier bei der Pflege der Sandgrube, um sie nicht von Kieferbäumen überwuchern zu lassen, sollten wir bei allem Gestalten und Bebauen auf die Vielfalt der Schöpfung achten“, veranschaulichte Klaus Feldhinkel. „Jeder hat ein Stück Schöpfung in sich, einen kostbaren Edelstein. Mit Gottes Hilfe will er mit liebevollem Herzen gesucht und entdeckt werden“, sprach Pfarrvikar Grigutis abschließend. aha

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