Lampertheim

Bewährung im Detail

Uwe Rauschelbach über das Konzept für eine Energiewende

Zwei Zahlen fallen bei den Ergebnissen der Bürgerbefragung durch die Firma Energy-Effizienz ins Auge: So gut wie alle der Befragten haben sich dafür ausgesprochen, dass sich die Stadt mit dem Thema Energie auseinandersetzt. Aber nur etwa die Hälfte hat sich dazu bekannt, eigenen Strom aus erneuerbaren Energien beziehen zu wollen. Dies bestätigt auch anderweitige Beobachtungen im Zusammenhang mit der Energiewende: Jeder will sie, doch nicht jeder möchte einen adäquaten Beitrag dazu leisten. Hierfür muss man nicht unbedingt Bequemlichkeit oder mangelnde Einsicht verantwortlich machen. In den meisten Fällen überwiegt vielmehr die Skepsis, dass Entscheidungen im Sinne der Energiewende tatsächlich auf seriösen Grundlagen beruhen.

Dies macht deutlich: Die Energiewende ist nicht in erster Linie ein Diskursthema, sondern muss sich im Detail bewähren. Dort, wo Gebäude- und Wohnungseigentümer verlässliche Auskünfte erwarten: Welches Heizsystem ist im Einzelfall sinnvoll und zahlt sich aus? Wo liegen Vor- und Nachteile eines Anschlusses an eine zentrale Quartierheizung? Wer bezahlt die Messtechnik? Wie verlässlich sind Wartung und Notdienst durch Handwerker? Diesbezüglich wurden bei der Informationsveranstaltung der Energy-Effizienz GmbH im Alten Rathaus kritische Fragen gestellt, die zeigen, wie viel Aufklärungsarbeit unter Anwohnern und Eigentümern noch zu leisten sein wird, um die Energiewende in Lampertheim durchzusetzen.

Von besonderer Brisanz scheint es hierbei zu sein, in den ausgesuchten Lampertheimer Wohngebieten kollektive Lösungen anzubieten, die sich mit individuellen Interessen in Einklang bringen lassen.

 
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