Lampertheim

Brandschutz Probealarm im Dietrich-Bonhoeffer-Haus

Bewohner, Mitarbeiter und Feuerwehr üben Ernstfall

Lampertheim.Dichter Qualm versperrt die Sicht. Die Rauchabschlusstüren schließen automatisch. Der Feueralarm geht los und schallt durch die Gänge. Möglichst realistisch sollte die Situation bei der Brandschutzübung im Agaplesion Dietrich-Bonhoeffer-Haus sein, die die Heimleitung mit der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim gestern Vormittag organisiert hatte.

Angenommen wurde ein Zimmerbrand in einem Wohnbereich im alten Kliniktrakt an der Hospitalstraße. Hier hatte eine Bewohnerin ihr Zimmer für die Übung zur Verfügung gestellt und Platz gemacht für eine lebensgroße Puppe, die die Feuerwehrleute bergen mussten. Für den dichten Qualm hatte Stadtbrandinspektor und Einsatzleiter Klaus Reiber Trockeneis mitgebracht, das sich als Nebel in dem Zimmer und den Gängen verteilte.

Wie sich in einem solchen Notfall zu verhalten ist, hatten die Mitarbeiter des Seniorenheims erst vor kurzem bei einer Brandschutz-Schulung durch den Stadtbrandinspektor gelernt. Außerdem wurde das Brandschutzkonzept des Heimes überprüft und angepasst. So wurde eine sogenannte stille Alarmierung eingeführt. Mit der bekommen die Mitarbeiter den Brandfall und -ort auf ihre Mobiltelefone gemeldet und können ohne große Aufregung, die durch einen allgemeinen lauten Alarm ausgelöst würde, sich und die Bewohner aus der Gefahrenzone bringen, bis die Feuerwehr eintrifft. Dann geht auch der laute Alarm los.

Gestern nun wurde der Ernstfall erprobt: Um 10.04 Uhr ging der Alarm über die Brandmeldeanlage bei der Feuerwehr ein. Nur neun Minuten später waren die Brandschützer vor Ort und begannen mit der vermeintlichen Bergung der im brennenden Zimmer eingeschlossenen Bewohnerin. Kurz nach 11 Uhr war der Spuk vorbei und die Wehr konnte wieder abziehen.

Positive Bilanz

„Das ist alles sehr gut gelaufen“, berichtete Heimleiter Henning Krey im Anschluss an die Übung im Gespräch mit dem Südhessen Morgen. Der Stadtbrandinspektor sei mit dem Verlauf und dem Verhalten der Mitarbeiter ebenfalls sehr zufrieden gewesen. „Das ist für uns eine gute Beruhigung, zu wissen, dass wir für den Ernstfall gut gewappnet sind“, so Krey. Auch die Bewohner hätten sehr ruhig reagiert. Sie waren direkt nach dem Alarm informiert worden, dass es sich nur um eine Übung handelt. Die Bewohner werden, so sieht es das Brandschutzkonzept vor, bis zum Eintreffen der Wehr innerhalb des Heimes in die nicht betroffenen Bereiche gebracht. Erst dann fände gegebenenfalls mit Unterstützung der Rettungskräfte eine Evakuierung statt. Die Mitarbeiter seien darüber unterrichtet gewesen, dass es kurz nach der theoretischen Unterweisung eine praktische Übung geben würde, wussten allerdings nicht, wann genau. red/swa

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