Lampertheim

Schienenverkehr Die Situation aus Sicht der Bürgerinitiative vor dem entscheidenden Beteiligungsforum am 6. Dezember

Bila-Sprecher: „Wir sind guter Dinge“

Lampertheim.Das nächste Beteiligungsforum der Bahn könnte das entscheidende werden. Mit Spannung blicken Bürger, Initiativen, Politiker und Verwaltungen in Kreis und Metropolregion dem Freitag, 6. Dezember, entgegen. An diesem Tag will die Bahn eine Bewertung zu den bislang untersuchten Varianten für den Bau einer neuen ICE-Trasse abgeben. Erwartet wird, dass sich hierbei auch die Vorzugsvariante der Bahn herauskristallisiert.

Dabei geht es nach Einschätzung des Sprechers der Bürgerinitiative „Lebensraum vor ICE-Trasse“ Lampertheim (Bila), Ulrich Guldner, um eine Entscheidung unter jeweils mehreren Varianten entweder für eine Diagonale durch den Lampertheimer Wald oder eine weitgehende Bündelung mit den Autobahnen 6 und 67. Auf dieser Bündelungstrasse beruht auch der Konsens der Vertreter des Kreises Bergstraße und der Metropolregion Rhein-Neckar.

„Großes Pfund“

Der Regionalverband hat kürzlich ein Positionspapier vorgelegt, in dem von einer Konsenstrasse ausdrücklich keine Rede ist. „Wir hätten uns gewünscht“, so Bila-Sprecher Guldner, „dass dieses Papier stärker auf die Konsenstrasse hinweist“. Allerdings werde die Ablehnung einer Waldzerschneidungsvariante hinreichend deutlich, meint der Lampertheimer Bila-Sprecher. Er betrachtet das Positionspapier deshalb als ein „großes Pfund“, das der Kreis gegenüber den Planern der Bahn auf die Waagschale legen könne. Freilich: Sollte die Bahn für die Walddiagonale eine Untertunnelung vorschlagen, würde eine Konsenstrasse bedeutungslos. Auch dies klinge im Positionspapier der Metropolregion an.

Ulrich Guldner hat seit September 2016 mehr als ein halbes Dutzend Beteiligungsforen besucht. Zusätzlich seien fünf Arbeitsgruppen eingerichtet worden, die aber irgendwann nicht mehr einberufen worden seien. All das habe „sehr viel Zeit gekostet“, berichtet der Bila-Sprecher. Er hat in all den Jahren wahrgenommen, dass die Forderungen der Bürgerinitiativen von der Bahn zur Kenntnis genommen worden seien. Nicht mehr und nicht weniger. Immerhin habe die Bahn nach dem ersten Vorstoß 2009, als eine Waldzerschneidungsvariante auf den Tisch gelegt worden sei, keine weiteren Versuche unternommen. Der Widerstand der Bevölkerung habe in Bahnkreisen offenbar für ein Nachdenken gesorgt. „Das haben wir schon ganz gut hingekriegt“, bilanziert Guldner das Engagement der Bürgerinitiativen.

Was ihm in den bisherigen Verlautbarungen der Bahn fehlt, ist allerdings eine stärkere Berücksichtigung der Bestandsstrecken. Was diese Schienenwege betrifft, sorgen sich die Initiativen um eine drastische Zunahme des Güterverkehrs. Hier wäre mindestens an ausreichend Lärmschutz für die Bevölkerung zu denken, fordert Guldner.

Sollte die Bahn gegen alle Hoffnungen eine Waldzerschneidungstrasse favorisieren, so bliebe noch immer der parlamentarische Weg über die Berliner Abgeordneten, die sich bislang mit der Bevölkerung solidarisiert hätten. An eine Klage sei momentan nicht zu denken; diese könne erst gegen einen Planfeststellungsbeschluss erhoben werden. Den erwartet Guldner frühestens in fünf bis sechs Jahren. Trotz aller Unwägbarkeiten blickt er zuversichtlich auf den 6. Dezember: „Wir sind guter Dinge.“

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