Lampertheim

Seniorenbeirat Polizeikommissare geben Tipps für sicheres Autofahren

„Bleiben Sie hintendran!“

Lampertheim.Eigentlich hieß das Thema „MAXimal mobil bleiben mit Verantwortung“, das ein Präventionsprogramm der Polizei Hessen ist und sich an die Generation 65 plus richtet. Aber angesichts aktueller Ereignisse wollten Kriminalhaupkommissar Peter Hoffmann und Polizeihauptkommissar Jörg Metzler von der Polizeidirektion Bergstraße erst einmal über das Thema Schutz vor Kriminalität referieren.

Der Seniorenbeirat hatte die Gesetzeshüter in die Cafeteria der Seniorenbegegnungsstätte Alte Schule eingeladen. Vorsitzende Gerlinde Hellmuth dankte für deren Bereitschaft. Kriminalhauptkommissar Hoffmann fragte in die Runde, wer schon einmal einen verdächtigen Anruf erhalten habe. Einige Senioren meldeten sich und sprachen über ihre Erlebnisse.

Warnung vor Enkeltrick

Mit dem sogenannten Enkeltrick wolle der Anrufer durch eine geschickte Art und Weise den Namen des wirklichen Enkels herausbekommen und in Erfahrung bringen, wie viel Geld der Rentner zu Hause hat. Hoffmann meinte: „Die Polizei ruft bestimmt nicht bei Ihnen an, um nach Ihrem Geld zu fragen. In der Regel kommen die Beamten auch zu zweit. Schalten Sie die echte Polizei ein, rufen Sie die 110 an.“ Wenn eine verdächtige Person vor der Tür stehe und vorgebe, von der Polizei zu sein, sollten sich die Betroffenen den Dienstausweis zeigen lassen. Seinen scheckkartengroßen Ausweis ließ Polizeihauptkommissar Metzler herumgehen.

Im Hinblick auf die Mobilität im Alter, ob bei der Nutzung eines Autos oder eines Zweirades, sollten sich die Senioren über das Sicherheitsrisiko am Steuer Gedanken machen. „Schließlich sind viele der Besucher weit über 70 Jahre und fahren noch Auto“, so Hellmuth. Das täten sie auch noch gut, aber die Reaktionsfähigkeit verändere sich. „Wir wollen Ihnen nicht den Führerschein wegnehmen“, beruhigten die Gesetzeshüter, „sondern über eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr informieren“.

Dafür müssten nicht nur Vorschriften beachtet werden, sondern es sei auch eine körperliche und geistige Fitness erforderlich. Die Leistungsfähigkeit lasse im Alter jedoch nach. Die Statistik sage aus, dass im Kreis Bergstraße die Zahl der Unfälle mit älteren Menschen angestiegen sei. Bei den ab 75-Jährigen sogar um 24 Prozent. Ältere Autofahrer sollten ihre Vitalfunktionen prüfen, etwa bei Seh- und Hörtests und mit einer Blutabnahme. Nicht nur das Fahrzeug solle regelmäßig durchgecheckt werden, auch der Fahrzeugführer.

Führerschein auffrischen

Hingewiesen wurde auch auf die Möglichkeit, einen FührerscheinAuffrischkurs zu absolvieren. Anhand einer Bilderpräsentation erläuterte Metzler, wo Gefahren vor allem für ältere Autofahrer lauern, zum Beispiel bei schlechten Sichtverhältnissen und Wetterlagen. Riskante Überholmanöver sollten obendrein unterbleiben. „Bleiben Sie hintendran!“, sagte der Polizeihauptkommissar. Es sollte vorausschauend gefahren werden, da eine solche Fahrweise die Sicherheit erhöhe.

Nicht jedes Elektrofahrrrad, Pedelec oder E-Bike sei sicher. Beim Kauf solle sich der Kunde von einem Fachhändler beraten lassen. Das Gleichgewicht zu halten, sei Übungssache. Die Batterie mache solch ein Fahrrad schwerer.

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