Lampertheim

Luthergemeinde Förderverein besteht seit 20 Jahren / 290 000 Euro für Kirchenprojekte

Bücherflohmarkt als beste Einnahmequelle

Lampertheim.Der Anlass war ebenso denkbar einfach wie logisch: Die evangelische Luthergemeinde brauchte Geld. Ein neuer Aufzug sollte am Anbau des Luther-Hauses her. „Von den Kirchenoberen gab es allerdings damals wie heute wenig Geld“, erinnert sich Helmut Schollmeier. Doch statt zu resignieren, wurde das Gemeindemitglied mit seiner Frau und elf Mitstreitern aktiv. Der Förderverein war geboren.

20 Jahre ist das nun her. An den Abend des 9. September 1999 erinnert sich Schollmeier noch gut. „Exakt 99,99 D-Mark – das war unser Startkapital“, erzählt der heutige Fördervereinsvorsitzende.

Findige Ideen

Aus den 13 wurden schnell über 40 Mitglieder. Und auch das Kapital wuchs zügig. Denn die Ehrenamtlichen hatten im Laufe der Jahre viele findige Ideen, um Geld für die Kirchengemeinde aufzutreiben. „Da war einiges Kurioses dabei“, berichtet Schollmeier lachend. Ein Skat-Turnier etwa, bei dem „außer einem verqualmten Luther-Haus“ nichts rumgekommen sei. Auch Weihnachtsbäume hat der Verein eine Zeit lang verkauft und jahrelang Oktoberfest gefeiert. „Noch bevor das in Mode kam. Mit deftigem Essen und Musik des Posaunenchors“, so Schollmeier.

Der große Renner aber wurde eine andere, unscheinbare Veranstaltung. Zwei Mal jährlich sammeln die Mitglieder Bücherspenden und verkaufen sie bei einem zweitägigen Wochenendflohmarkt. „Inzwischen findet der zum 25. Mal statt. Das ist unsere Haupteinnahmequelle“, verrät der Vorsitzende. Fast 7000 Euro kämen so jährlich zustande.

Geld fließt in Sanierungen

Zusammen mit Spenden konnte der Verein seit seiner Gründung durch seine Aktionen 290 000 Euro für Gemeindeprojekte zuschießen. Schollmeier, der mit seiner Frau Hanne seit der ersten Stunde im Vorstand aktiv ist, wurde nach der Versetzung von Pfarrer Christoph Sémon in den Ruhestand zweiter Vereins-Chef. „Vieles in der Gemeinde konnte durch die Gelder des Fördervereins möglich gemacht werden“, resümiert er.

Mit 21 000 Euro habe man die Außensanierung des Luther-Hauses begleitet. Die zwei größten Projekte hat der Verein sogar allein ge-stemmt. Je 80 000 Euro flossen in die Umgestaltung des Vorplatzes und die Renovierung des Gemeindesaals.

Auch für die Zukunft hat der Verein große Pläne. „Der Kirchenvorstandsraum, der für viele Zwecke genutzt wird, muss saniert werden“, berichtet Schollmeier. Danach wolle man einen vernünftigen Unterstand für die Mülltonnen in Angriff nehmen. Übrigens: Fördervereinsmitglieder legen ihren Beitrag selbst fest.

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