Lampertheim

Neuschloß I Hessen Mobil will L 3110 vom Ortseingang bis zum Kreisel erneuern

Bushaltestelle: Verlegung wird wegen Sanierung gestoppt

Neuschloss.Einen weiteren Aufschub der seit langem beschlossenen und für 2020 geplanten Bushaltestellenverlegung in Neuschloß wollte die Bürgerkammer des Stadtteils eigentlich nicht akzeptieren. Die Haltestellen an der Landstraße 3110 sollen seit Jahren in die kleine Parallelstraße vors Schloss verlegt werden, seit Jahren aber werden die Neuschlösser wegen knapper Haushaltsmittel vertröstet. Nun muss die Verlegung doch noch einmal verschoben werden. Das hat in diesem Fall aber auch für den Stadtteil nachvollziehbare und fast schon erfreuliche Gründe.

Landtag muss zustimmen

Denn Hessen Mobil wird aller Voraussicht nach 2020 einen Teil der Landstraße von der Forsthausstraße von Hüttenfeld kommend bis zum Kreisel am Hundeplatz vor Lampertheim sanieren – vorbehaltlich der Zustimmung des hessischen Landtags. Das teilte Fachdienstleiter Rolf Müller vom städtischen Tiefbauamt der Bürgerkammer in deren jüngsten Sitzung mit.

In den Abstimmungsgesprächen für den Haltestellenumbau hat die Landesbehörde die Stadtverwaltung darüber informiert. Zuvor habe das Tiefbauamt praktisch schon in den Startlöchern für den Umbau gestanden. „Wir haben nur noch auf den Zuwendungsbescheid gewartet“, so Müller. Die Verkehrsbehörde übernimmt nämlich bis zu 80 Prozent der Kosten für den Haltestellenumbau. Die Sanierung der Straße zahlt Hessen Mobil ohnehin.

Man wolle die Bauarbeiten nun „in einem Zug“ gemeinsam mit dem Land Hessen durchführen. „Es macht ja keinen Sinn, dass wir im Frühjahr anfangen und das Land dann im Herbst die Straße saniert. So können wir gemeinsam ausschreiben“, erklärte Erster Stadtrat Jens Klingler. Die aktuelle Planung der Stadt sieht vor, dass Busse sowohl in Richtung Lampertheim als auch Hüttenfeld zum Halten künftig in die Parallelstraße abbiegen müssen, statt wie bisher in Haltebuchten an der L3110 anzuhalten. Dazu müsse unter anderem die Fahrbahn verbreitert werden.

Außerdem sieht der Plan zwei zusätzliche Bedarfsampeln zur bestehenden Fußgängerampel vor, welche die Busfahrer beim Wiederausfahren auf die Landstraße per Funk aktivieren können. In diesem Zuge sollen die Haltestellen auch barrierefrei werden. Einen entsprechenden Vorschlag hatte die Bürgerkammer vor Jahren verabschiedet, damit weniger, junge Schüler die Landstraße queren müssen.

Biehal: Werden uns nicht wehren

„Wenn Hessen Mobil die Landstraße saniert, werden wir uns dagegen sicher nicht wehren“, kommentierte Carola Biehal die neue Situation. Dennoch möchte die Bürgerkammervorsitzende die genauen Planungen noch einmal bei einem vor-Ort-Termin begutachten. Laut Rolf Müller plant Hessen Mobil auf der Landstraße den Austausch der Asphaltdecke, bei Schäden könnten aber auch untere Schichten ausgetauscht werden. Noch befänden sich Stadt und die Verkehrsbehörde in Abstimmungsgesprächen, entsprechende Gutachten würden eingeholt.

Klingler möchte bei der Behörde auch auf eine gleichzeitige Sanierung der Radwege pochen. Das sei bisher nicht geplant. Der Stadtrat machte aber auch darauf aufmerksam, dass es durch die Bauarbeiten zu Behinderungen kommen wird. Ob es zu Teil- oder Vollsperrungen – und damit zu einer umständlichen Umleitung über Lorsch – kommen wird, ist noch nicht klar.

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