Lampertheim

Kickboxen KC Team Ihrig fährt nächste Woche mit vier Kämpfern zur Weltmeisterschaft nach Hagen

Celine will Titel verteidigen

Lampertheim.In wenigen Tagen findet in Hagen die Weltmeisterschaft im Kickboxen des WMFC-Verbandes (World Fight Sport & Martial Arts Council) statt. Vom 20. bis 22. Oktober kämpfen mit Celil Yaha Yildiz, Susanne Ens, Celine Siebenäuger und Tülay Temizsoyoglu gleich vier Akteure des KC Team Ihrig aus Lampertheim um Gold für Deutschland. Wir haben mit Celine und Tülay über den Kampfsport und ihre Ziele gesprochen.

Fast kann man in den Räumlichkeiten des Kanuclubs Lampertheim eine Feder fallen hören, als der Nachwuchs der Taekwondo- und Kickboxabteilung trainiert. Die jungen Schüler müssen zum Abschluss stillsitzen und ihre Konzentration kanalisieren. Als Celine Siebenäuger und Tülay Temizsoyoglu den Trainingsraum betreten, verbeugen sie sich mit gefalteten Händen, ziehen ihre Schuhe aus und begrüßen auf leisen Sohlen jeden Anwesenden per Handschlag. Auch das ist Teil des Kampfsports.

Im Nationalkader

"Das hat uns der Meister beigebracht, darauf legen wir Wert", erklären die Sportlerinnen. "Der Meister" ist Karl-Heinz Ihrig, der auf über 50 Jahre Kampfsporterfahrung zurückblicken kann. Er trainiert alle Altersklassen im Team, fungiert darüber hinaus auch als einer von mehreren Bundestrainern. So trainiert er seine Schützlinge, die beide für den Nationalkader nominiert sind, sowohl im Verein als auch bei Kaderlehrgängen.

Eine Weltmeisterschaft ist für die 15-jährige Celine keine neue Erfahrung, sie tritt bereits zum fünften Mal bei einem internationalen Titelwettkampf der verschiedenen Verbände an. In Hagen geht sie als Doppel-Titelverteidigerin an den Start, seit 2013 sammelte sie insgesamt sechs Weltmeistertitel im Kickboxen. Darüber hinaus dekorierte die Stadt die junge Kampfsportlerin gemeinsam mit ihren Teamkollegen Susanne Ens und Celil Yaha Yildiz kürzlich mit der Sportplakette.

"Angefangen hat alles mit fünf Jahren", erzählt die Schülerin der Alfred-Delp-Schule. Inspiriert durch ihre Mutter, die den Sport früher selbst gerne ausgeübt hatte, begann sie mit Taekwondo und wenig später auch mit dem Kickboxen. Im Gespräch wirkt Celine ruhig und ausgeglichen, bisweilen gar schüchtern. Erst als sie mit ihrer Trainingspartnerin Tülay die Matte betritt, wandelt sich die Zurückhaltung in Explosivität und Dynamik. Dort trainieren sie für die WM fast täglich hart, "mindestens aber vier Mal die Woche", erzählen die beiden.

Auch Tülay fand den Weg zum Kampfsport mit sieben Jahren über ihre Familie. "Als etwas wehleidiges Kind hat mich besonders mein Onkel einfach mal ins Taekwondo gesteckt", erinnert sich die Bürstädterin lachend. Das habe auch zur Charakterbildung beigetragen, sie sei dadurch selbstbewusster geworden. Mit 17 Jahren erlangte Tülay den schwarzen Gürtel, legte dann aber eine berufs- und familienbedingte Pause ein. Erst vor knapp zwei Jahren, nach 18 Jahren Auszeit, nahm sie ihre Leidenschaft beim KC Team Ihrig wieder auf.

Gleich erfolgreich

An Turnierkämpfen teilzunehmen, davon habe Ihrig sie anfangs erst einmal überzeugen müssen, erinnert sie sich. Doch es habe sich gelohnt. Gleich beim ersten Turnier siegte die zweifache Mutter, bei der internationalen Deutschen Meisterschaft holte sie in zwei Kategorien den Titel. "Das war toll", bestätigt sie, "ich konnte jedem meiner Kinder einen Pokal mit nach Hause bringen."

Ob es bei der WM in Hagen erneut eine goldene Bescherung für ihren fünfjährigen Sohn und die dreijährige Tochter geben wird? Einfach werde das nicht, weiß die erfahrene Kämpferin, aber sie ist dennoch angriffslustig: "Wir kämpfen, um zu gewinnen!"

Ihre junge Mitstreiterin Celine pflichtet ihr da bei: "Ziel sind zwei Goldmedaillen!" Und wie sagt ihr Meister immer zu ihnen: "Wenn wir nicht gewinnen, bieten wir ihnen wenigstens einen guten Kampf!"

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