Lampertheim

Städtepartnerschaft Festveranstaltung zum 25. Jubiläum zwischen Hofheim und Dieulouard / Europäisches Bewusstsein

Chöre geben den Ton an

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Für Hofheim und die Gemeinde Dieulouard im Nordosten Frankreichs schloss sich am Wochenende ein Kreis. Im Hofheimer Bürgerhaus feierten rund 150 Gäste die 25-jährige Partnerschaft mit einem großen Festprogramm, das größtenteils von den befreundeten deutsch-französischen Vereinen gestaltet wurde. Genau an der Stelle, an der schon vor einem halben Jahrhundert alles begann.

Die Anfänge der Freundschaft reichen nämlich schon viel weiter zurück, als es die offiziellen Verschwisterungsurkunden aus dem Jahr 1993 bezeugen. In einer Zeit, in der Hofheim noch eine eigenständige Kommune war, suchten Mitglieder der Sängervereinigung 07/20 einen geeigneten Partnerchor in Frankreich. Nach Jahrzehnten der Feindschaft wollte der Chor seinen Teil zum Frieden und der Völkerverständigung leisten.

Im Oktober 1968 sangen die Chöre 07/20 und Les Amis du Chant (Freunde des Gesangs) erstmals gemeinsam an ebenjener Stelle zur damaligen Einweihung des Bürgerhauses und legten den Grundstein für die Partnerschaft. Nun, fast 50 Jahre später, traten der französische und der deutsche Chor wieder gemeinsam auf – erneut im gerade erst eingeweihten neuen Bürgerhaus.

Ohnehin war die Jubiläumsfeier geprägt von Vereinsbeiträgen, denn „die lebhafte Städtepartnerschaft“ sei erst durch Vereinspartnerschaften zustande gekommen, erinnerte sich Bürgermeister Gottfried Störmer in seiner Rede. Zuvor hatten der Posaunenchor und sein französisches Pendant Harmonie Scarponaise die zahlreichen Besucher aus Ried und Lothringen begrüßt.

Herzliches Willkommen

Auch Ortsvorsteher Alexander Scholl hieß die französischen Freunde herzlich willkommen. Dem Beispiel der Sänger folgten vor 50 Jahren alsbald die Freiwillige Feuerwehr und weitere Vereine, vor 25 Jahren unterschrieben die Bürgermeister Gispert Dieter und Ivon Biston im Beisein der Hofheimer Ortsvorsteherin Rita Rose die Verschwisterungsurkunde.

„Heute“, betonte Störmer, „tragen wir mit der Partnerschaft dazu bei, europäisches Bewusstsein auf kommunaler Ebene zu fördern.“ Der Rathauschef zitierte aus der Ludwigsburger Rede des ehemaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle und bezeichnete die Verbindung zwischen Hofheim und Dieulouard symbolisch als Grundstein für die Einheit Europas.

Auch Störmers Amtskollege Henri Poirson beschwor den Geist der Freundschaft. Er war am Vortag mit einer fünfköpfigen Delegation angereist und hatte eine Esskastanie im Parc Dieulouard gepflanzt. Diese überreichte er als silberne Figur an Störmer, erhielt im Gegenzug eine Holzskulptur des ortsansässigen Künstlers Bernhard Hossner. Poirson rückte in seiner Rede die Jugend und die Zukunft in den Mittelpunkt, gab sich als glühender Verfechter der Verschwisterung. Schon vor 25 Jahren sei er bei der Unterzeichnung dabei gewesen, damals als Mitglied der Feuerwehr.

Um neue Bande zu knüpfen, hatte Poirson Vereinsvertreter aus Fußball, Tennis und Handball mitgebracht. Zehn Jugendliche nahmen an einem Jugendcamp des TV Hofheim teil. Zum Abschluss seiner Rede rief er dem Saal auf Deutsch zu: „Es lebe Hofheim. Es lebe Dieulouard. Es lebe die Partnerschaft!“

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