Lampertheim

Fronleichnam Andachten an drei Stationen / Fleckenstein: Kirche zeigt Flagge

Christen wollen provozieren

Archivartikel

Lampertheim.Der Weg von der Kirche St. Andreas zur Kirche Mariä Verkündigung sollte ein ganz heißer werden. Aber trotz brütender Hitze nahmen viele Lampertheimer an der Fronleichnamprozession beider katholischen Gemeinden teil. Manch ein Bollerwagen wurde mit zahlreichen Wasserflaschen aufgerüstet, damit für Durstige gesorgt war. Bei jedem Halt an den aufgebauten, hübsch geschmückten Altären, suchten die Teilnehmer, soweit es möglich war, ein schattiges Plätzchen auf.

An den drei Stationen Schillerplatz, Marienkrankenhaus und am Haus Will hielten die Pfarrer Patrick Fleckenstein und Virginijus Grigutis Andachten. Dort wurden themenorientierte Texte und Gebete gesprochen, und der Kirchenchor St. Andreas unter der Leitung von Helmut Steger sang mit Feingefühl Kirchenlieder. Die Einleitung für die Prozession übernahm die Andreasgemeinde, sie lud zum Hochamt in ihre Pfarrkirche ein. Später baten die Gemeindemitglieder von Mariä Verkündigung zum Tag der Begegnung, in ihren Pfarrgarten.

Für Menschen einsetzen

In festlicher Runde eröffneten die Pfarrer Fleckenstein und Grigutis das Hochamt. Die Kirchenbänke von St. Andreas reichten bei weitem nicht aus, so viele Gottesdienstbesucher waren gekommen. Und auch vor der Kirche harrten Prozessionsgänger aus. In seiner Predigt betonte Pfarrer Fleckenstein, der Marsch durch die Straßen solle zeigen, dass sich die Gläubigen für andere Menschen einsetzen. Er wünschte sich, dass Fronleichnam die Gesellschaft durchaus provoziere. Eine Gesellschaft, in der Christen immer mehr belächelt würden: „Provozieren wir heute die Gesellschaft, provozieren wir heute Lampertheim!“

Hernach schlängelte sich ein langer Festzug durch die Innenstadt. Mitwirkende waren die Messdiener und Pfarrer, die Katholischen Kirchenmusiker unter der Leitung von Markus Niebler, Pfadfinder des DPSG-Stammes Guy de Larigaudie, der Kirchenchor St. Andreas und die Kommunionkinder. An der Kirche Mariä Verkündigung angekommen, endete die Prozession mit dem sakramentalen Segen. Und weil es inzwischen Tischzeit war, gingen die Hungrigen den verlockenden Düften nach Gebratenem im Pfarrgarten nach. Schnell waren die Bänke im lauschigen Garten besetzt. Die Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Für Getränke sorgten die Nubbelaner, die Ministranten boten Smoothies an. Der zukünftige Weltladen, der derzeit in Gründung ist, stellte sich mit Produkten vor, und im Jugendheim wurde ein Basar ausgerichtet. Margareta Hofmann, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, begrüßte die Christenschar.

Inzwischen hatte der MGV 1840 im Schatten Aufstellung genommen und unter der Leitung von Fritz Medert erfreuten die Männer mit ihren Liedern. Etwas später beeindruckte der Katholische Kirchenmusikverein mit einem Platzkonzert.

Info: Fotostrecke auf suedhessen-morgen.de

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