Lampertheim

Hofheimer Carneval Verein Vorstand wartet noch mit der Entscheidung, ob die nächste Kampagne stattfinden kann

Corona bremst närrische Spaßmacher mächtig aus

Archivartikel

Hofheim.Die Corona-Krise trifft viele Vereine bis ins Mark. Vergleichsweise glimpflich kommt dabei noch der Hofheimer Carnevalverein (HCV) davon. So konnten die Narren ihre äußerst erfolgreiche Fastnachtskampagne ohne jegliche Einschränkungen abschließen, bevor der Virus um sich griff. Die ersten Wochen der Pandemie fielen dann in die übliche Pause nach der Kampagne. Der nach Ostern eigentlich einsetzende Übungsbetrieb der Tanzgruppen, in erster Linie der Garden, wurde zumindest bis zu den Sommerferien nicht wieder aufgenommen. Vereinzelt wurde seitens der jeweiligen Übungsleiter sogar ein Onlinetraining organisiert, aber insgesamt ruht aktuell der Vereinsbetrieb. Die aktiven Mitglieder waren entsprechend informiert.

Der Vorstand um den ersten Vorsitzenden Edwin Stöwesand und Sitzungspräsidenten Alexander Scholl traf die notwendigen Absprachen telefonisch oder per E-Mail. „Die regelmäßige Kommunikation über Onlinekanäle wird aber sicher an Bedeutung gewinnen“, mutmaßt Scholl. Zwischenzeitlich konnten die HCV-Narren sogar zur Freude der Verantwortlichen Anfang Juni ihre Jahreshauptversammlung im großen Bürgerhaussaal unter Beachtung der Abstandsregelungen abhalten (wir berichteten). Wie es mit dem Vereinsleben allerdings weiter geht, bleibt offen.

„Wir werden jetzt die Sommerpause abwarten und dann prüfen, inwieweit und unter welchen Bedingungen ein vernünftiger Probenbetrieb möglich ist“, sagt Scholl. Finanzielle Auswirkungen habe der HCV noch keine zu beklagen, da die zurückliegende Fastnachtskampagne reibungslos beendet wurde. Allerdings werden sich sicher der Ausfall der Howwemer Kerb sowie mögliche Einschränkungen bei der Fastnachtskampagne 2020/2021 bemerkbar machen.

Der Mitgliederstand hat sich aufgrund der Corona-Krise bislang nicht verändert und liegt weiterhin bei über 300 Personen. In verschiedenen Tanzgruppen haben sich sogar neue Aktive angekündigt, den Zulauf wertete Scholl als einen Beweis des guten Rufes, den sich der Verein weit über Hofheim hinaus erarbeitet hat.

Obwohl das Narrenschiff des HCV im Vergleich zu vielen anderen Vereinen bisher gut durch die Krise steuerte, fällt es dem Sitzungspräsidenten schwer, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. „Fastnacht lebt von Humor, Spaß, der Gemeinschaft und Geselligkeit. Man trifft sich, bereitet vor, probt und feiert gemeinsam mit dem Publikum. Das, was wir in den letzten Wochen und Monaten erlebt haben und noch erleben, geht in eine ganz andere Richtung“, so der Fastnachter, dessen ganze Familie im HCV fest verwurzelt ist. Insofern könne der Verein eher weniger aus dieser Zeit mitnehmen. „Das einzig Positive sind die einigermaßen stabilen Infektionszahlen in der Hoffnung, dass wir schnellstmöglich wieder zur Normalität zurückkehren.“

Nicht unter Druck

Während der CC Rot-Weiß Lampertheim die nächste Kampagne bereits abgesagt hat, schätzen die HCV-Verantwortlichen den Zeitpunkt für eine endgültige Absage noch als zu früh ein. Da die Aktiven ausschließlich aus den eigenen Reihen kommen, habe der Verein noch etwas Zeit und sieht sich keinesfalls unter Druck. „Wir werden uns nach der Sommerpause in Ruhe zusammensetzen und dann Anfang September entscheiden, ob und in welcher Form wir die kommende Kampagne 2020/21 angehen werden“, bewahrt sich Sitzungspräsident Scholl die Hoffnung auf ein närrisches Treiben. fh

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