Lampertheim

Klimaschutz Nach Bürgerbefragung in der Innenstadt sollen nun konkrete Maßnahmen realisiert werden / Informationsveranstaltung im Alten Rathaus

Dank Energiekonzept 3,5 Millionen Euro sparen

Lampertheim.Nun soll’s losgehen mit der Energiewende. Dies jedenfalls ist der Plan der Energy-Effizienz GmbH, die im Auftrag der Stadt ein Energiekonzept entwirft. Nachdem in den Jahren 2012 bis 2017 unter dem Projektnamen „Modellstadt 25+“ Planungsziele für ein solches Konzept definiert worden waren, sollen diese in den kommenden Jahren realisiert werden.

Umgesetzt werden soll das Projekt zunächst in zwei innerstädtischen Wohngebieten. Sie liegen zum einen zwischen Römer-, Wilhelmstraße, Domgasse und dem Bereich vor der Mannheimer Straße, zum anderen zwischen Römerstraße mit Domkirche, St. Andreaskirche, Schulgässchen und Am Graben.

Hierbei werden 100 Wohneinheiten erfasst. Möglichst viele der 350 Gebäudeeigentümer sollen dazu bewogen werden, sich am Energiekonzept zu beteiligen. Diesem Ziel dient unter anderem eine Fragebogenaktion. Der Energieverbrauch in den beteiligten Gebäuden wird mit zusätzlich installierter Messtechnik in den kommenden Monaten überprüft. Anschließend erhalten die Eigentümer einen Steckbrief mit Vorschlägen für eine effizientere Energienutzung.

An einer Informationsveranstaltung der Energy-Effizienz GmbH im Alten Rathaus nahmen jetzt mehrere Eigentümer und Anwohner der betroffenen Wohngebiete teil. Laut Energy-Sprecher Philipp Schönberger soll es in den kommenden Jahren vor allem um eine Optimierung der Strom- und Wärmeverteilung gehen. Dieses Projekt werde zunächst noch bis 2023 vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Auf die Kernstadt übertragen, ließen sich mit einem Konzept für rund 5000 Gebäude Energiekosten in Höhe bis zu 3,5 Millionen Euro im Jahr einsparen, rechnete Schönberger vor. Entsprechende Effekte lieferten etwa die Nutzung von Solarstrom, der Wechsel einer Heizungsanlage oder der Anschluss mehrerer Gebäude an eine zentrale Quartierheizung.

Die Sanierung von Gebäudehüllen könne den Wärmebedarf um 20 Prozent senken. Bei einer Befragung der Energy-Effizienz GmbH hätten laut Philipp Schönberger 94 Prozent der Befragten befürwortet, dass die Stadt energiesparende Maßnahmen umsetzt. In Hessen seien vier Kommunen an einem aus der Modellstadt 25+ folgenden Konzept beteiligt: neben Lampertheim auch Biblis sowie die südhessische Stadt Langen und die Stadt Rabenau im Landkreis Gießen.

Kooperationspartner des Energieprojekts sind die RWTH Aachen, das Institut Wohnen und Umwelt, die NH Projekt-Stadt und die Transferstelle Bingen. Bei der Umsetzung sitzt der Lampertheimer und Bürstädter Versorger Energieried mit im Boot. Dessen Sprecher Thorsten Trentzsch bestätigte bei der Informationsversammlung, die Umsetzung eines solchen Energiekonzepts werde umso aufwendiger, je mehr Eigentümer beteiligt seien.

Im Auditorium wurde diese Einschätzung bestätigt. Lampertheim sei „ein besonderes Pflaster“, meinte ein Zuhörer, es werde schwierig sein, solche Energiekonzepte großflächig umzusetzen. Skepsis wurde etwa gegenüber der Zuverlässigkeit von Wartungsdiensten durch Handwerksbetriebe geäußert: Was etwa würde geschehen, wenn eine zentrale Wohngebiets-Heizung im Winter ausfalle und Anwohner in mehreren Gebäuden auf einmal im Kalten säßen?

Noch bis 18. Oktober können die Fragebögen abgegeben werden. Anschließend wollen die Vertreter der Energy-Effizienz GmbH eine Begehung der betroffenen Wohngebiete unternehmen und ab November Messungen durchführen. Ihre Steckbriefe erhalten die beteiligten Gebäudeeigentümer im April kommenden Jahres.

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