Lampertheim

Ferienspiele I Kinder lassen sich im Technischen Zentrum verarzten und proben Menschenrettung

Das Kuscheltier muss „bluten“

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Taha hat’s schlimm erwischt. Ins Handgelenk hat den Jungen ein Messer getroffen, der Ellbogen vom Sturz gebrochen und am Kopf blutet er aus einer Schusswunde. Auch Kumpel Ben muss verarztet werden, Sanitäter Lars Friedrich wickelt ihm einen Verband um den Unterarm. Noch ein paar Tropfen Kunstblut – fertig ist die künstliche Wunde. „Grad so überlebt“, witzelt der zehnjährige Taha, „aber nur, weil wir so gut verarztet wurden“.

Bei Lars Friedrich vom Lampertheimer Jugendrotkreuz sind die Kinder auch bei gespielten Verletzungen gut aufgehoben. Er weiß schließlich auch im Ernstfall, was zu tun ist. Gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr richten das Jugendrotkreuz einen Vormittag für Ferienspielkinder im Hof des Technischen Zentrums aus.

„Beim Bandagieren können wir den Kindern auch ein paar Tipps mit auf den Weg geben“, erklärt Elke Höpfel, die als Leiterin des Jugendrotkreuz die Kinder zusammen mit Friedrich verarztet. Zum Beispiel, dass ein Kopfverband nicht um den Hals herum bandagiert wird.

Die meisten Kinder sind zwischen sechs und elf Jahren alt. Die beiden Sanitäter versuchen die Kinder frühzeitig für Gefahren und die Wichtigkeit des DRK zu sensibilisieren. „Und Verletzungen vorspielen macht den Kleinen einfach Spaß“, wissen sie. Da wird auch schnell das Kuscheltier zum Opfer. Bens Hund etwa erhält einen Ganzkörperverband. Bei den meisten Kindern bleibt der nicht lange dran. Dafür ist es einfach zu heiß.

Regen aus dem Schlauch

Abkühlung versprechen die Aufbauten der Jugendfeuerwehr. Mit 14 Mitgliedern ist die Organisation angerückt und hat mächtig aufgefahren. In der Mitte des Hofs verteilt ein großer Schlauch kühlenden Sprühregen, nebenan dürfen Kinder selbst Hand anlegen. Gemeinsam mit Floriansjüngerin Alexandra löscht der kleine Liam ein brennendes Haus, Kumpel Paul treibt mit dem Wasserstrahl einen Ball durch einen Hindernisparcours. Die begehrteste Station ist aber der Rauchsimulator. Den haben die Feuerwehrmitglieder in einer Halle aufgebaut. „Dort dürfen die Kinder in Kleingruppen zwei Personen in Form von Puppen bergen“, erklärt der stellvertretende Jugendwart Martin Neumann.

„Cool“ finden das besonders die Jungs. „Viel gesehen hat man erstmal nicht“, berichtet der achtjährige Finn, der sich mit Taschenlampe durch den Raum gekämpft hat. „Auf eine Puppe ist ein Gitter gestürzt und eine Lampe sah im Dunklen aus wie Feuer. Sowas habe ich vorher noch nie gemacht“, erzählt er. Nachwuchsprobleme scheint die Freiwillige Feuerwehr in Lampertheim zwar ohnehin nicht zu haben. Bei den Ferienspielen dürften aber noch einige Interessierte hinzu gekommen sein. ksm

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