Lampertheim

Gastronomie Wirtschaftskrise auch in Hüttenfeld / Familiengeführtes Traditionsrestaurant wird nach 29 Jahren aufgelöst

Das ”Mykonos“ schließt seine Pforten für immer

Archivartikel

Hüttenfeld.Wenn der Hüttenfelder Bürger sich die Frage stellt: „Wo gehe ich heute Abend hin, um etwas essen zu gehen oder vielleicht auch nur ein Bier zu trinken?”, bleiben ihm (oder ihr) kaum Alternativen. Während man im Stadtteil vor 20 Jahren noch die Wahl unter sechs Gaststätten hatte, ist das Angebot deutlich geschrumpft.

Die einst beliebte Dorfschenke ist schon seit 2004 geschlossen und sucht vergeblich einen neuen Pächter, wobei sich die Anstrengungen des Besitzers, einen zu finden, offenbar in Grenzen halten. In der einst so stolzen „Kurpfalz“ hat sich ein Kosmetiksalon eingemietet und auch der über die Grenzen Hüttenfelds hinaus bekannte „Rebstock” hatte seit der Corona-Krise nur sporadisch geöffnet und hat jetzt einen Käufer gefunden, der nicht daran denkt, den Gastronomiebetrieb wieder aufzunehmen.

Doch die neueste Nachricht schlug in Hüttenfeld jetzt ein wie eine Bombe: Das beliebte griechische Restaurant „Mykonos“ schließt ebenfalls zum Monatsende seine Pforten und auch hier ist eine Wiedereröffnung durch einen neuen Pächter ausgeschlossen.

Lampi Dimoglou hat vor 29 Jahren die ehemalige Traditionsgaststätte „Zum Seefeld“ der Familie Wiegand übernommen und später sogar käuflich erworben. Der aus Lüdenscheid kommende Grieche lebt seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland und hat aus dem Lokal mit seinem See einen Familienbetrieb aufgebaut, der sich sehen lassen konnte. Nach und nach wurden die Räumlichkeiten umgestaltet und haben den unvergleichlichen Flair des beliebten südosteuropäischen Landes angenommen.

Doch das eigentliche Schmuckstück ist das Außengelände, das in den warmen Jahreszeiten täglich bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Viele Gäste sind zu der Auffassung gekommen: Man fühlt sich dort zwischen Säulen und klassischen Skulpturen mit Blick auf den See fast wie im Urlaub. Die Speisen schmeckten vorzüglich und machten das Restaurant bald weit über die Grenzen Hüttenfelds hinaus bekannt.

Zur Seite standen Lampi Dimoglou natürlich seine Frau Chrysi, die in der Küche das Regiment führte, ihre drei Kinder Vana, Joanna und Christos, Schwiegersohn Kostas und auch die Enkelin Chrisoula stellten sich in den Dienst der Familie. Einen Ruhetag kannten die Dimoglous nicht.

Und so gingen die 29 Jahre auch nicht spurlos an Allen vorbei. Schon seit geraumer Zeit suchte man einen Pächter, der dieses Schmuckstück weiterführen sollte. Doch vielen erschien das Restaurant zu groß, zu personalintensiv und eine Übernahme gerade jetzt in der Coronakrise auch zu unsicher. So bleibt die traurige Wahrheit, dass das „Mykonos“ zum Oktober seine Pforten für immer schließt. Die Familie plant den Umbau des Restaurants zu Wohnungen.

Was den Hüttenfeldern nun gastronomisch bleibt, ist die Pizzeria „Adria“ und ein Döner-Imbiss, der in die Räumlichkeiten neben der ehemaligen „Kurpfalz“ einziehen soll. ron

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