Lampertheim

Dem Amt unangemessen

Lothar Pfeiffer will Bürgermeister in Lampertheim werden. Sagt er. Seinen ersten Versuch vor sechs Jahren haben die Wähler mit 6,3 Prozent quittiert. Der Beobachter fragt sich, warum der Mann mit seinen mittlerweile 65 Jahren nach dieser Erfahrung erneut ins Rennen geht? Böse Zungen behaupten, er kandidiere nur, um den Verkauf seines Grundstücks an die Stadt zu befördern – von der exponierten Plattform eines Wahlkämpfers aus. Böse Zungen? Lothar Pfeiffer lässt durch sein Agieren im Wahlkampf nicht nur diesen Schluss zu. Er lädt geradezu dazu ein, ihn zu ziehen.

Die Vorstellung von einer Multifunktionshalle in einem neuen Stadtzentrum zwischen Emilienstraße und Domgasse ist zentraler Punkt in Pfeiffers Wahlkampf. Er hätte von einer Realisierung des Projekts enorme persönliche Vorteile – nämlich eine beträchtliche Stange Geld. Der Kandidat sieht hier aber keinen Interessenkonflikt. Und das ist bedauernswert. Natürlich darf ein Kandidat oder ein Bürgermeister der Stadt Grundstücke anbieten und verkaufen. Aber derart energisch dafür zu werben, wie Lothar Pfeiffer das tut, ist einer Kandidatur und schon gar dem Amt nicht angemessen. Dieses Verhalten beschädigt das Ansehen von Politik und Verwaltung. Just beim Projekt Emilienstraße/Domgasse müsste der Herausforderer des Bürgermeisters als befangen Zurückhaltung üben. Am besten, er würde sich zu diesem Thema gar nicht äußern.

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