Lampertheim

Evangelische Kirche Lukasgemeinde feiert Gottesdienst unter freiem Himmel

Dem eigenen Leben vorstehen

Lampertheim.Zu einem Gottesdienst der besonderen Art hatte die Lukasgemeinde die Gläubigen in die Bonaue eingeladen. Ein makelloser Sommertag lud dazu ein, den Gottesdienst in der freien Natur zu feiern. Vor einer mächtigen Eiche und einem schlichten Birkenkreuz war man der Schöpfung doch ein wenig näher als in der Normalität des Kirchenalltags.

Schon frühzeitig hatten fleißige Hände alles vorbereitet, die Sitzgelegenheiten aufgebaut und einen kleinen Altar mit Blumen geschmückt, ehe die ersten Gemeindemitglieder eintrafen. Der Evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Elisabeth Matthiesen, die Dirigent Dirk Semper vertrat, spielte zur Eröffnung, ehe die Gemeinde passend zur Wetterlage „Die güldene Sonne voll Freud und Wonne“ sang.

Der MGV 1840 ist schon seit jeher bei jedem Feldgottesdienst dabei. Diesmal war der Chor gleich mit drei Formationen angetreten, denn nicht nur der Frauen- und der Männerchor sangen zur Ehre Gottes, sondern auch in der gemischten Formation wurde mit dem Lied „Morgenlicht leuchtet“ der Umgebung und der Tageszeit Rechnung getragen. Elisabeth Seidl dirigierte alle drei Gesangsformationen.

In seiner Predigt thematisierte Pfarrer Adam Herbert die Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit der Menschen in der heutigen modernen Welt. In seinen Lebenskoffer hatte er symbolisch drei Dinge gepackt, die dem heutigen Menschen immer öfter verloren gingen: die Geduld im Umgang miteinander, die mangelnde Fähigkeit, Lob auszusprechen und die Stille, in der man sich selbst wiederfindet. Mehr Gelassenheit beim Beobachten von ärgerlichen Dingen, die Eindrücke zurechtrücken auf ihre wirkliche Bedeutung: Das empfahl der Pfarrer seinen Gläubigen.

Loben lernen

Auch dem Aussprechen von Lob gab Herbert einen großen Stellenwert. Gekonnt loben bedeute auch, seinem eigenen Leben erfolgreich vorzustehen. Dass viele Menschen eine ununterbrochene Berieselung durch Umgebungsgeräusche oder Musik bedürften, sei eine bedauerliche Tatsache. Herbert empfahl dagegen, öfter die Stille zu suchen, um zu sich selbst zu finden.

Mit dem Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ wandte sich die Gemeinde anschließend wieder der Natur zu. Anschließend intonierte der Frauenchor den Choral „Lobe den Herrn“. Mit dem Segen und dem gemeinsam gesungenen Lied „Nun danket alle Gott“ endete ein Gottes- dienst, der zu den Höhepunkten im evangelischen Kirchenjahr gehört. Der Jungbauerverband mit seinem Vorsitzenden Michael Schmidt hatte mittlerweile alles vorbereitet, damit sich die Gemeindemitglieder nach dem Gottesdienst noch stärken konnten. Seit 1970 sind die Jungbauern für die Verpflegung verantwortlich.

Während des Essens und Trinkens gab es willkommene Gelegenheit, aus der prallen Sonne in den kühlenden Schatten des alten Baumbestands zu flüchten.

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