Lampertheim

Kreispolitik CDU-Vereinigung kritisiert Große Koalition und spricht sich für Friedrich Merz aus

„Dem Mittelstand geschadet“

Archivartikel

Rosengarten.Martinsgansessen ist eine traditionelle Veranstaltung der Mittelstandsvereinigung der CDU Bergstraße und dient vor allen Dingen der Kontaktpflege der Mitglieder, aber auch der Information über aktuelle Themen. Der Kreisvorsitzende Werner Hartmann hatte in ein Restaurant in Rosengarten eingeladen. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Hartmann konnte zahlreiche Vorstandsmitglieder aus den Verbänden willkommen heißen. Unter den Gästen war auch Kreisbeigeordnete Diana Stolz und der Lampertheimer CDU-Vorsitzende Aidas Schugschdinis. Als Hauptredner kündigte Hartmann den Vorsitzenden des Landesverbands Hessen, Marco Reuter, an.

Zunächst gab der Kreisvorsitzende einen Überblick über das Geschehen im Kreisverband in diesem Jahr. Das Wahldesaster der CSU in Bayern und die nachfolgende Wahl in Hessen habe er interessiert miterlebt. Die einzige gute Nachricht sei für ihn gewesen, so Hartmann, dass Angela Merkel angekündigt habe, den Parteivorsitz niederzulegen. Der Kreisvorstand favorisiere einstimmig Friedrich Merz als Nachfolger. Andernfalls prophezeite Hartmann einen weiteren Mitgliederschwund und Bedeutungsverlust der Partei.

B 47: „Wir werden klagen“

Die Große Koalition aus CDU und SPD habe dem Mittelstand großen Schaden zugefügt, meinte der Vorsitzende. Angefangen von der Energiewende bis zur Migrationspolitik und den Fahrverboten für Dieselfahrer. Auch die geplante Umgehungsstraße in Rosengarten war ein Thema, zu der Hartmann eine unbeirr- bare Meinung hat: 25 Hektar Ackerland gingen verloren, dazu kommt zusätzlicher Energieverbrauch durch längere Fahrwege der Autos: „Wir Landwirte und Grundstückseigentümer werden klagen bis zum Sankt Nimmerleinstag“.

Über die Europawahlen im Mai referierte Landesvorsitzender Marco Reuter. Er ist Büroleiter des Europaabgeordneten Thomas Mann in Brüssel. Er prophezeite eine Schicksalswahl, zumal die Populisten vom linken und rechten Flügel im EU-Parlament immer stärker würden. Vor diesem Hintergrund forderte er die geschlossene Haltung aller Demokraten. Die Demokratie müsse von der Basis gestärkt werden.

Auch Reuter warb für Friedrich Merz als Parteivorsitzenden, um einen Neuanfang zu gewährleisten. Die europapolitischen Ziele der CDU stellte er abschließend noch einmal in den Vordergrund. Mehr Macht dem Europaparlament gegenüber der Kommission und ein Initiativrecht des Parlaments seien die Nahziele.

Werner Hartmann kündigte am Ende dieser Veranstaltung an, für eine Wiederwahl des Vorsitzenden im Frühjahr 2019 nicht mehr zur Verfügung zu stehen. sto

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