Lampertheim

Martin-Luther-Gemeinde Besuch des Reiss-Engelhorn-Museums

Dem Papsttum auf der Spur

Lampertheim.Interessierte des Frauen- und Gemeindekreises der Martin-Luther-Gemeinde trafen sich zu einer Führung vor dem Reiss-Engelhorn-Museum. Mit Frau Massoth, einer Kunsthistorikerin und Archäologin, hatte die Gruppe eine hervorragende Museumsführerin gefunden, die mit ihrem fundierten Wissen die Ausstellung "Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt" erläuterte.

Anschaulich stellte sie der Gruppe die Geschichte der Kirche bis zur Reformation dar. Sie erläuterte unter anderem die Machtansprüche der Päpste im Mittelalter, die im Büßergang Heinrich IV nach Canossa gipfelte, der sich für ihn aber als wenig nützlich erwies, wie die Geschichte zeigt. Der Anspruch der Kirche, wieder die Einheit herzustellen, endete beim Konzil in Konstanz mit dem Feuertod von Jan Hus. Ihm war zwar freies Geleit zugesichert worden, das man aber nicht einhielt. Die Macht der Päpste wurde dann wieder geschwächt als Heinrich VIII. von England sich selbst als höchsten Repräsentanten der Kirche in England ausrief. Den Niedergang der Machtfülle, konnte auch ein Tetzel mit seinen Ablassbriefen nicht stoppen. Den Ehrgeiz, den Petersdom mit Geldern der Armen zu bauen, rief einen weiteren Rufer und Mahner auf den Plan: Martin Luther, der mit seinen 95 Thesen gegen die Geldgier und das ausschweifende Leben der Päpste wetterte. Die Ausstellung endet mit Dokumenten vom letzten Versuch, die Kirche zu einigen, nämlich mit dem Augsburger Bekenntnis durch Philipp Melanchthon.

Die Teilnehmer waren so begeistert, dass spontan vereinbart wurde, die Folgeausstellung "Die Reformation im Südwesten Deutschlands", die Ende Oktober beginnt, zu besuchen. red

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