Lampertheim

Pfadfinder Traditionelle Aktion am 6. Dezember findet in Lampertheim trotz Corona statt – immer mit einer Bischofsstab-Länge Abstand

Der Nikolaus kommt 2020 mit Maske überm Bart

Lampertheim.Pandemie-Bedingungen gibt es auch für Heilige. Und so kommt der Nikolaus in diesem Jahr mit Mund-Nasen–Schutz nach Lampertheim. Zumindest der, den die St. Georg-Pfadfinder bei ihrer traditionellen Aktion am 6. Dezember zu den Kindern der Spargelstadt schicken.

1965 hat der Stamm Guy de Larigaudie das Projekt erstmals initiiert. Seit 55 Jahren begeistert es jeden Winter viele Jungen und Mädchen. Für die Pfadfinder daher undenkbar, die Nikolausvisite 2020 abzusagen.

Dennoch nimmt die Gruppe das Coronavirus ernst. Damit möglichst alle gesund bleiben, hat Vorstandsmitglied Björn Burwitz eigens ein Online-Seminar beim katholischen Bonifazius-Werk belegt. Das Thema: Hygienekonzept bei Nikolaus-Besuchen. „Dazu gehört beispielsweise, eine Maske über dem Bart zu tragen und mindestens immer eine Bischofsstab-Länge Abstand zu halten“, erklärt Björn Burwitz im Gespräch mit dieser Redaktion.

Bischof mit Ehefrau unterwegs

Bei seinen Stationen kommt der Nikolaus in diesem Winter auch nicht ins Haus. „Die Familien bitten wir vor die Haustür, auf die Terrasse, in den Hof oder in den Garten“, erklärt der Vorsitzende der St. Georgs-Pfadfinder. Auch so lasse sich das Ansteckungsrisiko verringern.

Da sich insgesamt sechs Zweier-Teams am 6. Dezember in Lampertheim mit Sack und Rute auf den Weg machen, haben sich die Organisatoren auch wegen der Gesundheit des Bischofs von Myra und seines Gehilfen Gedanken gemacht. „In die Rolle des Knecht Ruprecht schlüpft daher diesmal meist die Ehefrau des Nikolaus“, sagt Björn Burwitz schmunzelnd. So ist in Covid-19-Zeiten nur ein Haushalt unterwegs.

Eine Ausnahme aber gibt es. Mit ihm selbst startet Pfarrer Christian Rauch als Knecht Ruprecht. Doch auch die beiden wollen SARS-CoV-2 selbstverständlich keine Chance bieten. „Also nehmen wir nicht den Schlitten, sondern ganz einfach ein offenes Cabrio, um von Haus zu Haus zu fahren“, verrät der Pfadfinder.

Ob so viel Kreativität bei den Lampertheimer Familien gut ankommt? Björn Burwitz hofft es. „Damit die Aktion unter Corona-Bedingungen funktioniert, brauchen wir nämlich schon im Vorfeld die Hilfe von Eltern und Großeltern“, betont er. So müsse die Liste mit den guten und den schlechten Taten beispielsweise vorab per E-Mail an den Nikolaus geschickt werden.

Auch die Geschenke-Säcke liefern Boten des Heiligen vorab aus. Die Familien können diese dann füllen und an einem geeigneten Ort deponieren. So braucht der Nikolaus die Säcke schließlich nur noch auf den Rücken zu nehmen, bevor er sein Ho Ho Ho hören lässt.

„Team ist krisenfest“

Dass sich auch im Corona-Jahr 2020 genügend Freiwillige gefunden haben, die dem Lampertheimer Nachwuchs am 6. Dezember eine Freude bereiten wollen, wundert Björn Burwitz nicht. „Unser Team ist krisenfest“, erklärt er voller Überzeugung und nicht ohne Stolz. Viele der Aushilfs-Bischöfe sind schon lange dabei – Burwitz selbst schon 21 Jahre. Der eine oder andere hat zwischendurch mal eine Saison ausgesetzt, dann aber wieder die Stiefel geschnürt. Auch Frauen waren in Lampertheim schon mit dem Bischofsstab unterwegs. „Wenn das“, meint Burwitz, „nicht mal ein starkes Zeichen ist. . .“

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker überregional