Lampertheim

Defibrillator Die Lampertheimerin Monika Arras ist Sprecherin der Defi-Selbsthilfegruppe Heppenheim „Die mit Herz“

Der persönliche Sanitäter in der Brust

Archivartikel

Lampertheim.Seit mehr als elf Jahren trägt Monika Arras einen Defibrillator in ihrem Oberkörper. Ein solcher Minicomputer überwacht den Herzschlag der Lampertheimerin. Gerät das Organ aus dem Rhythmus, sendet der implantierte „Defi“ Gleichstromimpulse aus, die eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung schnell beheben können.

„Persönlicher Notarzt“

„Das Gerät ist wie ein persönlicher Notarzt, das dafür sorgt, dass unser Herz im Notfall wieder regelmäßig schlägt“, sagt Arras über sich und ihre Leidensgenossen. Die 49 Jahre alte Frau aus Südhessen ist Gruppensprecherin der Defi-Selbsthilfegruppe Heppenheim “Die mit Herz”. Auch im neuen Jahr bleibt die Gruppe um Monika Arras aktiv und hat schon etliche Veranstaltungen geplant. Letztendlich geht es bei uns oftmals darum, Ängste abzubauen und sachliche Aufklärung zu betreiben“, sagt Arras. Der Defibrillator ist für den Notfall da – er greift ein, wenn’s gefährlich wird, wenn das Herz zu schnell oder unrhythmisch schlägt. Jenseits dieser technischen Hilfestellung beschäftigen zahlreiche Fragen die Patienten, die eine entsprechendes Gerät in der Brust implantiert haben. Wie breit das Spektrum an Themen ist, zeigt sich schon mit Blick auf die Homepage der Selbsthilfegruppe.

Ob es dabei um das Thema „Autofahren mit Defibrillator“ geht oder um die Frage nach den Auswirkungen elektromagnetischer Wellen auf die lebensrettenden Minicomputer – die Defi-Selbsthilfegruppe versuche den betroffenen Besuchern Antworten zu liefern, sagt Arras, die ihren Vater 1991 und ihre Schwester 2008 aufgrund von Herzkrankheiten verloren hat. Damals stellten die Mediziner fest, dass in der Familie der Lampertheimerin eine Genmutation für Probleme an dem lebenswichtigen Organ verantwortlich ist.

Es bleiben Fragen

Auch wenn Patienten, die unter lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder Kammerflimmern leiden, heute besser aufgeklärt werden – Fragen bleiben auch nach einer Entlassung aus der Klinik, sagt Arras. Dabei gelte gerade für Herzpatienten die Devise, Aufregung und Panik zu vermeiden, fügt sie hinzu. Um dazu einen Beitrag zu leisten lade die Selbsthilfegruppe seit 2017 regelmäßig zu Treffen ein, erzählt die Südhessin, die aufgrund von Herzproblemen selbst schon einmal auf der Straße zusammengebrochen sei. Regelmäßig würden etwa zwei Dutzend Betroffene zu den Treffen kommen. Der Einzugsbereich der Defi-Selbsthilfegruppe umfasse nicht nur die Bergstraße und den Odenwald. Auch aus der Region rund um Worms und zum Teil aus dem Kreis Offenbach kämen Betroffene zu den Treffen. wol

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional