Lampertheim

Straßenverkehr Rettungssanitäter Jason Gluth, Paulina Müller und Lisa Wißing berichten über das Verhalten von Autofahrern im Stau während eines Einsatzes

Die Rettungsgasse spart Zeit – und Zeit ist Leben

Lampertheim.Seit Dezember 2016 ist die Rettungsgasse Bestandteil der deutschen Straßenverkehrsordnung. Das ist noch keine lange Zeit. Wir haben drei Rettungskräfte vom Deutschen Roten Kreuz befragt, welche Erfahrungen sie seitdem mit der Rettungsgasse während ihrer Einsätze gemacht haben.

Auf die Frage, ob sie gute oder eher schlechte Erfahrungen gemacht haben, gaben die Rettungskräfte Jason Gluth, Paulina Müller und Lisa Wißing an, dass viele Autofahrer im Stau versuchten, eine Rettungsgasse zu bilden, dabei aber immer wieder Schwierigkeiten auftreten würden. Allerdings könne bei einer richtig gebildeten Rettungsgasse sehr viel schneller geholfen werden: „Man spart Zeit – und Zeit ist Leben“, sagt Paulina Müller.

Laut aktuellem Stand wird die Rettungsgasse immer noch zu wenig gebildet: häufiger als früher, aber noch nicht häufig genug. Die Drei finden: Wer keine Rettungsgasse bildet, sollte eine höhere Strafe bezahlen. „Es sollte nicht, wie in den meisten Fällen, bei einer Verwarnung bleiben, sondern es sollte direkt eine Strafe geben – schließlich geht es hier um Menschenleben“, sagen Paulina Müller und Lisa Wißing.

Auf die Frage, ob bei einem Einsatz oft gegafft wird, waren sich die drei Befragten sofort einig: Es vergehe so gut wie kein Einsatz ohne Leute, die anfangen zu gaffen. Manche holten sogar ihr Handy heraus, filmten das Geschehene und stellten es ins Netz. Das Gaffen gehöre schon zu ihrem Arbeitsalltag, berichten die Rettungskräfte. Die Arbeit falle ihnen sehr schwer, sobald Leute gafften oder den Rettungskräften teilweise sogar vorschrieben, wie sie ihre Arbeit zu machen haben.

Von Fabian Menzel, Janis Rieger und Christian Endisch

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