Lampertheim

Menschen in Lampertheim Ehepaar kümmert sich mit eigenem Geld und Spenden international um Kinder und Jugendliche

Die Schumachers – zwei unermüdliche Helfer

Archivartikel

Lampertheim.„Kinder sind uns an das Herz gewachsen“, sagen Ursula und Hans-Georg Schumacher. Das Lampertheimer Ehepaar hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, hilfsbedürftigen Mädchen und Jungen in Deutschland und im Ausland zu helfen. Kleinen Leuten, die oft nur die Schattenseiten des Lebens erfahren haben. Den Betroffenen möchten sie eine Freude bereiten und dabei ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Weiterhin möchten sie Kindern und Jugendlichen dauerhaft helfen. Deshalb führen sie Hilfsaktionen durch.

Erst kürzlich hatte Hans-Georg Schumacher dem Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen 4000 Euro gespendet. 3000 Euro hatte er beim Kiwanis-Club Lampertheim angespart und 1000 Euro draufgelegt. Ursula und Hans-Georg Schumacher hatten sich zuvor im Kinderhospiz umgesehen und sich auch über die Arbeit der Pflegekräfte informiert.

Das Ehepaar hat sich für seine Hilfsprojekte aber auch unabhängig voneinander auf den Weg gemacht und etliche Strapazen auf sich genommen. Ursula Schumacher etwa war geschockt, als sie vom Atomunfall in Tschernobyl im Jahr 1986 hörte. Ihr taten vor allem die Kinder leid, die gesundheitliche Schäden erlitten hatten, die auf die Strahlenbelastung zurückzuführen waren. „Ein Verein sammelte damals Sachspenden und Geschenke für die Kinder“, erinnert sich die heute 86-Jährige.

Sie begleitete den Hilfstransport nach Tschernobyl und besuchte Kinder im Krankenhaus. „Ein 13-jähriger Junge aus Tschernobyl war später sechs Wochen bei uns im Haus“, berichtet die Lampertheimerin.

Das Ehepaar fuhr außerdem nach Sankt Augustin, um mehr über die Arbeit der Steyler Mission zu erfahren. Die Missionare helfen in der ganzen Welt notleidenden Menschen und diese Projekte interessierten die Lampertheimer.

Das Paar wollte ebenfalls helfen. Und das nachhaltig. Über die Styler Mission wurden sie auf das Projekt Straßenkinder in Kinshasa, der Hauptstadt der Republik Kongo, aufmerksam.

Hans-Georg Schumacher war Mitbegründer des Kiwanis-Club Ried-Hessen und später im Kiwanis Club Lampertheim Präsident. „Die Kiwanis setzen sich weltweit aktiv für Kinder und Jugendliche ein“, erklärt Schumacher.

Er hat sich als Privatmann mit eigener Finanzierung das Kinshasa-Projekt ausgesucht, das neben den Club-Aktivitäten lief.

„Das Ziel war, Straßenkinder zu betreuen und ein Zentrum aufzubauen, in dem eine Ausbildung im Nähen angeboten wird. Ein junger Mann als Ausbilder stand schon fest. Die Jugendlichen sollten lernen, die benötigte Schulkleidung zu nähen, um sich später eine Existenz aufbauen zu können. „Dafür benötigten wir elektrische und mechanische Nähmaschinen“, erläutert Hans-Georg Schumacher. Das Ehepaar fragte herum und „schließlich kamen 54 Nähmaschinen zusammen, die 2009 mit dem Schiff in den Kongo transportiert wurden“, so Schumacher.

Er fügt hinzu: „Ich bin nach Kinshasa gereist, um mich zu überzeugen, dass die Hilfsgüter auch eingesetzt und die Auszubildenden gut begleitet werden.“ Wenn er eine Reise in den Kongo antrat, hatte er Geld für sein Projekt in der Tasche und Geschenke in den Koffern. Durch seine Unterstützung ermöglichte er einem blinden Jungen, Klarinette zu spielen, und ließ einem Mädchen eine Beinprothese anfertigen.

Hans-Georg Schumacher hat sich im Alter von 65 Jahren als Unternehmensberater selbstständig gemacht und war bis zum 82. Lebensjahr tätig. Er hat deutschlandweit Vorträge gehalten. „Die waren immer ausgebucht“, sagt der heute 89-Jährige. Nach seinen Referaten hat er oft sein Kinshasa-Projekt vorgestellt und Spenden erhalten. „Wenn ich nicht durch den Augeninfarkt blind geworden wäre, hätte ich in Kinshasa weiter helfen können“, bedauert Schumacher.

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