Lampertheim

Rückblick Anfängliche Schwierigkeiten durch die Pandemie / Viele Freiwillige zeigen sich hilfsbereit

Die Spargelsaison ist zu Ende

Lampertheim.„Das ist unsere Sortierfamilie“, sagt Marita Billau und zeigt auf die rumänischen Erntehelfer. Die Gruppe war nach ihrer Ankunft auf dem Billauschen Hof erst einmal in Quarantäne. Dann haben sie täglich die weißen Spargelstangen, die erntefrisch vom Feld kamen, sortiert und nun treten sie schon bald wieder ihren Heimweg an. Die Spargelsaison ist in Lampertheim zu Ende. Gestochen wurde noch bis vergangenen Samstag, so Marita Billau.

Auch Helmut Steinmetz hat die Spargelsaison beendet. Er ist mit der Qualität und der Menge des gestochenen Bleichspargels zufrieden – trotz hohen Arbeitsaufwands wegen der Umsetzung der Hygienerichtlinien, den Anlaufproblemen und den enormen Herausforderungen aufgrund des Mangels an Erntehelfern.

Christiane Hartmann, Fachfrau für Spargel von Agrarprodukte Hartmann, berichtet: „Wir haben schon am Samstag vor einer Woche die letzten Spargel gestochen.“ Die Saison des Königsgemüses sei situationsbedingt am Anfang recht chaotisch gelaufen, da die Erntehelfer fehlten. Aber nachdem sich das Spargelteam eingespielt hatte, habe sich der Verlauf gut entwickelt.

„Wir haben das Spargelstechen einfach an die Erntehelfer angepasst, also weniger geerntet“, sagt Hartmann.

Die Spargelexpertin resümiert: „Die Qualität des Bleichspargels war gut. Nur in Stoßzeiten, wenn wir nicht alle Spargeltriebe zum richtigen Zeitpunkt ernten konnten, gab es mehr die Klasse zwei zu kaufen.“ Denn die Spargeltriebe hatten dann schon die Dammkrone durchbrochen und somit verfärbten sich die Spargelköpfe durch die Lichteinwirkung lila oder blühten etwas auf. „Der Verkauf war sehr gut, die Nachfrage war groß. Die Abnehmer der Gastronomie haben uns anfangs natürlich sehr gefehlt“, blickt Hartmann auf die Saison zurück.

Außerdem sei die Hilfsbereitschaft in der Landwirtschaft überraschend groß gewesen. „Wir hatten viele Freiwillige, die uns zeitweise ausgeholfen haben, aber auch Helfer, die die ganze Saison mitgearbeitet haben.“

Christiane Hartmann wünscht sich, dass das Interesse an der heimischen Landwirtschaft weiterhin bestehen bleibe, auch nach der Corona-Krise. Und die Spargeltriebe werden nun aus den Dämmen herauswachsen, ein fein gefiedertes Spargelkraut bilden und die Spargelpflanze wird für das nächste Jahr Kraft sammeln. roi

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