Lampertheim

Diesmal doch?

SPD wie CDU und FDP hatten im November vorigen Jahres einhellig bekundet: „Diesmal nicht.“ Erachteten es alle drei Parteien doch als aussichtslos, bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai gegen Amtsinhaber Gottfried Störmer anzutreten. Die Grünen wollten sich auf Anfrage des Südhessen Morgen nicht festlegen; die Partei ist momentan offenbar damit beschäftigt, ihre kommunalpolitische Präsenz neu zu ordnen sowie entscheidende Personalien festzulegen. Aber nachdem der SPD-Koalitionspartner abgewunken hat, scheint für die FDP doch noch der Weg frei, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken, zumindest einen potenziellen Namen ins Spiel zu werfen: Fritz Röhrenbeck.

Der nicht unter mangelndem Selbstbewusstsein leidende 27-Jährige hat sich als entscheidungsfreudiger Kommunalpolitiker und markanter Redner, nicht zuletzt als führungsstarker Vorsitzender eines wichtigen parlamentarischen Ausschusses profiliert. Er strahlt durchaus Tatkraft aus und mag dank seines jugendlichen Auftretens gewisse Bedürfnisse nach einem „Aufbruch“ im Stadthaus befriedigen. Ob er aber auch die Kompetenz besitzt, sein respektables politisches Engagement in die Personalverantwortung an der Spitze einer Verwaltung mit mehreren Hundert Mitarbeitern zu überführen? Hätte Fritz Röhrenbeck also reale Chancen gegen den Amtsinhaber? Die Ausgangslage dürfte, sechs Jahre weitergedacht, günstiger sein. Allerdings ist anzunehmen, dass die anderen Parteien bis dahin ebenso die Chance nutzen werden, bei der Bürgermeisterwahl Flagge zu zeigen. Hierzu gab es in den vergangenen Jahren kaum Gelegenheiten.

Eine Kandidatur des Lampertheimer Unternehmers und Sportaktivisten Marco Steffan ließ sich gestern nicht bestätigen. Verbirgt er sich hinter dem Plakat am Ortsausgang, das auf die Bürgermeisterwahl anspielt und von dem in der Facebook-Community die Rede ist? Wenn ja, stünde hinter Steffan gewiss ein respektabler Unterstützerkreis. Zumindest in der Weise, dass Fritz Röhrenbeck mit Stimmeneinbußen zu rechnen hätte. Wie sich Amtsinhaber Gottfried Störmer ohnehin umso entspannter zurücklehnen kann, je mehr Mitbewerber bis 18. März noch ihren Hut in den Ring werfen werden.

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