Lampertheim

Kultur Open-Air der Musiker-Initiative Lampertheim mit mehr als 200 Zuhörern / Mitreißender Auftritt zweiter Vollblutmusiker

„Dorfmugge“ lässt es im Heimatmuseum krachen

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Eine kleine, spartanische Bühne zwischen den Fachwerkmauern des Heimatmuseums und den alten Gemäuern der Stallungen, Scheune und Schmiede. Jeder eine akustische Gitarre, zwei kleine Scheinwerfer und vier Boxen. Mehr brauchen Matz Scheid und Stephan Ullmann nicht. Statt mit großen Effekten überzeugt das Musiker-Duo „Dorfmugge“ aus dem Odenwald mit leidenschaftlicher Musik und eigenen Entertainerqualitäten. Zwei authentische Rampensäue, echte Vollblutmusiker – und das im urigen Hof des Heimatmuseums. „Passt perfekt“, ist ein Zuschauer von der Atmosphäre begeistert.

Mit nur zwei akustischen Gitarren und ihren Stimmen spielen Matz Scheid und Stephan Ullmann ihre Lieblingssongs aus vier Jahrzehnten Rock- und Popgeschichte. Von deutschsprachigen Hits wie „Mensch“ von Herbert Grönemeyer über Queens „Crazy little thing called love“ bis hin zu den Woodstock-Revival Songs „Marrakesh Express“ von Crosby, Stills and Nash und der Joe-Cocker-Version vom Beatles-Klassiker „With a little help from my friends“ ist alles dabei. Mit einer vielseitigen Setlist wird der Abend zu einem Abriss durch die großen Songs der Musikgeschichte. Dabei versprüht das Duo Dauer-gute-Laune, bleibt aber authentisch und nah am Publikum, nie um einen lockeren Spruch verlegen. Dabei schrecken Scheid und Ullmann auch nicht vor komplexen Meisterwerken wie „Personal Jesus“ (depeche Mode) oder „I am the Walrus“ (Beatles) zurück. Geht nicht mit nur zwei Gitarren? Geht doch. Und wie. Dem selbsterdachten Namen „Power-Duo“ werden die zwei absolut gerecht.

In Lampertheim traten sie bisher im Alten Kino auf, aber die Atmosphäre im Hof des Heimatmuseums passt für die zwei Originale aus Großsachsen an der Bergstraße genau. Der mitreißende Auftritt haucht der historischen Anlage beinahe neues Leben ein – wie es sich Rolf Hecher, Kulturamtsleiter und Geschäftsführer des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins in Personalunion, und Bürgermeister Gottfried Störmer tags zuvor bei einer Bankeinweihung gewünscht hatten.

Verblüffende Effekte

Viele Lampertheimer wollen sich das nicht entgehen lassen, alle 210 Karten gingen weg. Viele stehen hinter den eigentlichen Plätzen im Hof, genießen den Abend bei angenehmen Sommertemperaturen mit Strohhut, einem Glas Wein und erstklassiger Musik. Sehen kann man dort zwar nichts mehr – hören umso mehr. Und wer sie nicht gesehen hat, der kann kaum glauben, dass es nur ein Duo mit zwei Sprachen auf der Bühne steht. „Wir verblüffen unser Publikum eben gern“, sagen die Musiker schmunzelnd.

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