Lampertheim

Wirtschaft Volksbank Darmstadt-Südhessen hält Vertreterversammlung erstmals virtuell ab

Drei Prozent Dividende für Mitglieder

Archivartikel

Lampertheim/Darmstadt.Die anhaltende Corona-Pandemie hat Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Darmstadt-Südhessen veranlasst, die Vertreterversammlung in diesem Jahr virtuell auszurichten. 620 Vertreter waren eingeladen, ihr Stimmrecht für die knapp 100 000 Mitglieder der Bank auszuüben.

Über ein Versammlungsportal hatten sie ortsunabhängig die Möglichkeit, den live aus der Darmstädter Zentrale übertragenen Berichten und Ausführungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Frank sowie der beiden Vorstandssprecher Michael Mahr und Matthias Martiné zu folgen und per Telefon oder Chat-Funktion Fragen zu stellen.

Mahr und Martiné berichteten über die wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres sowie die gegenwärtigen Herausforderungen der Branche. Der ausgewiesene Jahresüberschuss lag per 31. Dezember 2019 bei 33,5 Millionen Euro und damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Damit sei man vor dem Hintergrund des herausfordernden Zinsumfelds zufrieden, bekräftigte Martiné. Durch Beschluss der Vertreterversammlung fließen davon 3,0 Prozent als Divi-dende auf die Konten der knapp 100 000 Mitglieder. Mit dem nach Abzug von Steuern verbleibenden Teil des Jahresüberschusses stärkt die Volksbank Darmstadt-Südhessen ihr Eigenkapital und die Rücklagen.

Dass die Bank gut aufgestellt ist, belegen nach eigenen Angaben die präsentierten Zahlen. So flossen der Genossenschaftsbank 2019 weitere Kundeneinlagen zu, infolge dessen sich deren Volumen um 3,5 Prozent auf 3 836,9 Millionen Euro erhöhte. Zudem stiegen die verwalteten Kundenguthaben in Wertpapierdepots und bei genossenschaftlichen Partnerinstituten um 7,9 Prozent. Aktien und Fonds seien „die einzig verbliebene Möglichkeit zur Realvermögensmehrung in der Geldanlage“, betonte Martiné.

Dank der 2019 weiter ungebrochenen Nachfrage nach gewerblichen und privaten Darlehen stiegen auch die Ausleihungen um 3,4 Prozent auf 3 539,6 Millionen Euro. Alles in allem stieg das Kundengeschäftsvolumen, also die in der Bilanz und außerbilanziell bei den Partnern des Genossenschaftlichen Verbunds geführten Einlagen und Kredite um 6,0 Prozent auf über 10,7 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme der Kreditgenossenschaft stieg 2019 um 1,4 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 4 669,2 Millionen Euro.

Keine Hoffnung auf Zinswende

Martiné zeigte sich zuversichtlich, dass die Bank auch 2020 im Hinblick auf die Wachstumsraten im Kundengeschäft ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen wird. Er unterstrich, dass die Volksbank Darmstadt-Südhessen finanziell solide aufgestellt sei, wenngleich sich das aktuelle Negativzinsumfeld zusehends in der Ergebnisentwicklung bemerkbar mache. Er erinnerte daran, dass die EZB im September 2019 den Satz, den Kreditinstitute zahlen müssen, wenn sie Kundeneinlagen kurzfristig bei ihr parken, von 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent erhöhte. „Noch vor wenigen Jahren hätte man die Vorstellung für Geldeinlagen etwas zahlen zu müssen, abwegig gefunden. Heute ist sie Realität“, hob Mahr hervor. Angesichts der mit der Corona-Krise weiter steigenden Staatsverschuldung im Euroraum fehle ihm und seinen Kollegen, so Mahr weiter, inzwischen allerdings jegliche Hoffnung auf eine baldige Zinswende Deshalb versuche die Bank, mit strenger Kostendisziplin und dem Ausbau zinsunabhängiger Ertragsquellen dem erwarteten Ertragsrückgang für das laufende Geschäftsjahr gegenzusteuern.

Im Rahmen der Online-Beschlussfassungen erteilten die Vertreter dem Vorstand und dem Aufsichtsrat einstimmig Entlastung. Virtuelle Versammlungen seien nur geplant, wenn auch zukünftig Präsenzveranstaltungen nicht möglich sein sollten. Abschließend stimmten die Vertreter zur Vorbereitung der Vertreterwah über die Mitglieder des Wahlausschusses ab. Bestehend aus drei Vorstandsmitgliedern, drei Mitgliedern des Aufsichtsrates sowie 13 Mitgliedern der Genossenschaft beginnt dieser mit der Aufstellung der Wahllisten. red

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