Lampertheim

Düstere Aussichten

Uwe Rauschelbach über die Haushaltslage der Stadt

Prioritäten setzen: Das ist in Zeiten negativer Haushaltsentwicklung ein beliebter Appell. Doch obwohl die Situation in Lampertheim noch nicht dramatisch ist, wirkt er aus dem Munde von Finanzdezernent Jens Klingler bedeutungsvoll. Dies deshalb, da seit Jahren wie selbstverständlich über Projekte diskutiert wird, als sei in Lampertheim das Ausgeben erfunden worden: Stadtumbau, Stadtmarketing, Tourismus, Kulturstätte, Biedensand-Campus, Altrhein-Kauf, Bahnhof-Erwerb – was bleibt aus all diesen schönen Vorhaben, schaut man sich die Prioritätenliste des Lampertheimer Finanzverantwortlichen an?

Klinglers Liste beginnt mit einem neuen Standort für den maroden Bauhof. Und damit endet sie auch, abgesehen von notwendigen Straßenausbesserungsarbeiten oder der bereits begonnenen Hallenbad-Sanierung. Nun steht auch noch das letzte Kapitel der Altlastensanierung in Neuschloß auf der Tagesordnung. Der Steuerrückgang im Einklang mit den Vorgaben der Finanzaufsicht, die die städtischen Investitionsspielräume auf Jahre hin einengen, droht jene euphorischen Visionen über die Zukunft dieser Stadt, die zweifellos sympathisch wirken, in Asche zu verwandeln.

Dies wird auch der amtierende Bürgermeister zur Kenntnis nehmen müssen, der die gewünschte Wiederwahl mit der Hoffnung verknüpft, die zeitaufwendigen Pläne für eine attraktive Umgestaltung der Stadt in einer zweiten Amtszeit umsetzen zu können. Die teilweise hochfliegenden Pläne seiner Herausforderer müssen sich den düsteren Aussichten am Lampertheimer Finanzhorizont freilich in gleicher Weise stellen.

 
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