Lampertheim

AZ Vogelpark Finden sich keine weiteren freiwilligen Helfer, bleibt die Anlage 2019 wohl geschlossen

Ehrenamtliche dringend gesucht

Lampertheim.Die Gartenanlage am Eingang des AZ Vogelparks ist von Hobbygärtnerinnen schön gestaltet worden. Blumen und Stauden blühen dort und bieten Insekten Nahrung. Ein paar Schritte weiter ist das Krähen eines Seidenhuhn-Hahnes, das freudige Klappern zahlreicher Weißstörche und der Ruf von Esel Max zu hören. „In diesem Jahr haben wir besonders viele Jungstörche“, erklärt Bärbel Kissel. Sie ist Vorstandsmitglied und Tierbeauftragte und führt durch den Park, um die Neuanschaffungen von Tieren zu zeigen: „Neu sind zwei Auen-Schafe mit Namen Espresso und Cappuccino, die zwei Kune-Kune-Schweine Resi und Gustl, zwei Zwergkaninchen und ein weißer Zwergziegenbock.“

Die 60-Jährige arbeitet seit rund zehn Jahren im Vogelpark. Sie betreut und kontrolliert die Tiere, füttert sie und reinigt die Gehege. „Wir haben viel Arbeit und wenig Leute“, sagt Kissel. Vier Ehrenamtliche sind schon in der Früh im Park, denn auf sie wartet viel Arbeit. „Wenn es so heiß ist, müssen wir den Tieren zweimal am Tag frisches Wasser geben. Dann kommen wir am späten Nachmittag nochmal vorbei“, erklärt die Tierbeauftragte.

Mit Leib und Seele dabei

Den Helfern das AZ Vogelparks rollen Schweißperlen über ihre Gesichter, als sie sich ans Werk machen. Schon in den Vormittagsstunden brennt die Sonne. Bärbel Kissel betreut die Tiere mit Leib und Seele. Sie ist an sechs Tagen in der Woche im Vogelpark beschäftigt, montags bis samstags, von 9 bis 14 Uhr, manchmal werde es auch später. Je nachdem, was für Arbeiten verrichtet werden müssen. Und auch zu den Festen ist die Tierbeauftragte zur Stelle. „Samstags kommen drei Jugendliche zum Helfen in den Park. Auf sie ist Verlass, und wir freuen uns darüber“, betont Bärbel Kissel. Sie alle arbeiteten, weil ihnen die Tiere am Herzen liegen. Und weil der Vogelpark ein schöner Anlaufpunkt für Jung und Alt sei.

In den Park kommen nicht nur Ausflügler, sondern auch Gruppen aus Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenheimen. Weil der Vogelpark für viele Besucher aus Lampertheim und der Region ein Anziehungspunkt ist, kann Kissel nicht verstehen, dass sich keine Ehrenamtlichen finden, damit der Park weiter bestehen kann. „Ich bin enttäuscht von den Lampertheimern“, sagt sie. Die Lage sei ernst. „Wenn sich bis Ende des Jahres die Helferzahl nicht vergrößert, dann bleibt wohl der Vogelpark 2019 geschlossen.“

Allem voran gehe es um die Tierpflege, aber auch für den Kuchenwagen, in der Küche und am Tresen werden Ehrenamtliche benötigt. Ebenfalls Handwerker, die mal für zwei bis drei Stunden einige Arbeiten übernehmen würden. „Wir paar Helfer sind ein gutes Team, wir arbeiten gut zusammen“, unterstreicht das Vorstandsmitglied. Das Hauptproblem der Hobby-Tierpfleger sei: „Wo kommen die Tiere ordnungsgemäß unter, wenn der Park geschlossen wird?“ roi

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional