Lampertheim

Ein echtes Desaster

Mit ihrer Entscheidung bringt die Bürstädter Stadtverordnetenversammlung nicht nur das eigene Versorgungsunternehmen ins Straucheln, was dessen Pläne zum Ausbau der erneuerbaren Energien betrifft. Sie ist auch eine klatschende Ohrfeige für Lampertheim, mit dem sich Bürstadt im Mittelzentrum Ried auf der Basis einer interkommunalen Zusammenarbeit solidarisch verbunden sieht.

Diese Zusammenarbeit steht nun zumindest ernsthaft in Frage. Mit Verwunderung nahm man in Lampertheim zur Kenntnis, wie willfährig sich Bürstadt verhalten hat, als der hessische Wirtschaftsminister den drei Kommunen Lampertheim, Bürstadt und Lorsch jüngst mit dem Entzug des jeweils eigenständigen Status als Mittelzentrum gedroht hat und die drei Städte stattdessen in ein regionales Mittelzentrum zwingen will. Während sich Lampertheim dagegen zur Wehr setzt, waren in Bürstadt Äußerungen zu vernehmen, die ein solches Konstrukt befürworten – weil es die interkommunale Zusammenarbeit stärke.

Doch mit ihrer jüngsten Entscheidung haben die Bürstädter den kooperativen Verflechtungen zwischen den Nachbarstädten die Grundlage entzogen. Dies umso mehr, als mit einigen Redebeiträgen von Bürstädter Parlamentariern die Grenze dessen überschritten wurde, worüber eigentlich zu entscheiden war. Welcher Nutzung die Stadt Lampertheim ihre eigenen Flächen zuführen sollte oder nicht, gehörte jedenfalls nicht dazu. Beide Städte stehen nun vor einem echten Desaster. Spätestens jetzt ist die interkommunale Zusammenarbeit zwischen beiden nur noch eine Worthülse.

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