Lampertheim

Weltladen Kunden können fair gehandelte Produkte kaufen und sich über die Produktion informieren / Geschäft ist mittlerweile eine Stätte der Begegnungen

Ein kleiner Laden für eine gerechte Welt

Archivartikel

Lampertheim.Im Weltladen Lampertheim ist eine heimelige Atmosphäre eingezogen. Verführerische Düfte liegen in der Luft, Weihnachtssterne aus Papier zieren die Fenster. Rita Lüling, die Zweite Vorsitzende des Vereins „Eine Welt Lampertheim“, der das Geschäft betreibt, zeigt auf eine handgefilzte Weihnachtskrippe, die ein Fair Trade-Produkt ist und in Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal fertigen lässt. „Die Kinder können damit spielen und das Witzige daran ist, dass die Krippe gleichzeitig als Tasche dient und die Figuren dort verstaut werden können“, sagt Lüling.

Reis aus Lagos, Wein aus Chile

Der Laden werde gut angenommen, sagt sie und fügt hinzu, dass die GEPA (The Fair Trade Company) kontrolliert, ob die Produkte auch wirklich fair gehandelt werden. Im Weltladen gibt es ein vielseitiges Angebot von Artikeln. Wer auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist, dürfte fündig werden. Ins Auge springen etwa farbenfrohe Damentaschen, Geschirr und Spielzeug aus verschiedenen Materialien. Ihre Mitstreiterin Doris Weihmann zeigt einen Adventskalender, dessen Deckblatt ein brasilianischer Künstler gestaltet hat. „Die Kalender sind mit Schokolade gefüllt und schon reißend weggegangen“, fügt sie hinzu. Auch Zutaten für ein perfektes Weihnachtsessen sind erhältlich. Angefangen bei Gewürzen, über Reis, den Kleinbauern in Lagos angebaut haben bis hin zum Wein aus Chile oder Argentinien, Weihnachtskaffee und Tee und sonstige Genussmittel.

Wer etwas zum Knabbern sucht, kann zu peruanischen Chipsgreifen. Es gibt Teesorten und Kakao in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Außerdem gehören 17 Schokoladensorten zum Angebot. Die vegane Variante, sei „der Renner“. Außerdem können sich Kunden in dem Geschäft auch über die Herstellung der verschiedenen Nahrungsmittel informieren. „Wir gehen auch auf Wünsche der Verbraucher ein und bestellen kundenorientiert. So haben wir beispielsweise Kokosöl in unser Sortiment aufgenommen“, sagen die ehrenamtlichen Helfer. Es werde auch stetig daran gearbeitet, die Verpackung noch umweltfreundlicher zu entwickeln.

Verkäuferin Gisela Woll führt eine Kundin durch den Verkaufsraum und erläutert: „Hier ist unser Wellness-Bereich.“ Seifen und Körperbutter sind aufgebaut. Die für die Körpercreme verarbeiteten Nüsse werden aus den Früchten des in den Trockenwäldern Westafrikas wildwachsenden Karitébaums gewonnen. Die Frauen sammeln die Nüsse und verarbeiten sie. Mit dem Kauf der Karitécreme werde die Bildung von Mädchen in Mali unterstützt und die Arbeitsplätze von Frauen in Westafrika gefördert, sagt sie.

Am Schluss ihres Einkaufes trinkt die Kundin noch eine Tasse Frauen-Kaffee. „Das Produkt stammt von Kaffeebäuerinnen. Es ist ein Kaffee aus Frauenhand und kommt aus Honduras“, sagt Doris Weihmann vom Team des Weltladens. Der Anbau bis hin zur Vermarktung werde von Frauen übernommen. Mit dem Kauf von Fair-Trade-Kaffee könne die Situation der Kaffee-Anbauer und ihrer Gemeinden verbessert werden. Während die Kundin ihren Kaffee genießt, kommen weitere Frauen in den Weltladen, um sich umzuschauen und ein Schwätzchen zu halten. „Der Laden ist auch eine Stätte der Begegnung“, weiß Elvira Goll-Günderoth, die an dem Tag kassiert. Die Ehrenamtlichen, 24 Frauen und ein Mann, möchten fair gehandelte Produkte unterstützen und damit die Arbeitsplätze in den Entwicklungsländern. Sie sind überzeugt, dass eine faire Handelsbeziehung der Grundstein für nachhaltige Entwicklung und für die Verbesserung der sozialen Rechte ist.

Die Lampertheimer Ehrenamtlichen wollen die Öffentlichkeit auf die Thematik aufmerksam machen und leisteten deshalb im Laden auch Bildungsarbeit über die Fair-Trade-Wirkung. Der Weltladen ist im Weihnachtsmarkt integriert. roi

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