Lampertheim

Ausbildung Jungen und Mädchen nutzen beim Girls’ und Boys’ Day Angebote zum Schnuppern

Einblicke in Berufe gewonnen

Archivartikel

Lampertheim.„Jetzt wollen wir mal rechnen“, sagte Selma Janssen, Fachfrau für den Bereich Klimaschutzkonzepte, in der EnergyEffizienz GmbH, Gaußstraße, zu den drei Mädchen, die sogleich zum Taschenrechner greifen. In ihrem Projekt wollen sie Energiekosten senken und das Klima schützen. Der Gruppe ist klar: Erneuerbare Energien müssen her, der CO2-Ausstoß aus Industrie, Verkehr und Städten muss sich verringern, oder noch besser: auf Nullemission sinken.

Sie haben sich Lindenfels, die kleine Stadt im Odenwald, für ihre Berechnungen vorgenommen. Für die EnergyEffizienz GmbH hatten sich sechs Mädchen angemeldet, die nun begeistert mitarbeiteten. Für die Mädchen und Jungen, die sich am gestrigen, bundesweiten Girls’ und Boys’ Day beteiligten, waren es spannende Stunden. Dieser Berufsorientierungstag wurde in Lampertheim gut angenommen. Etliche Firmen und Institutionen erklärten sich bereit, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in ihren Berufsalltag zu gewährleisten, um den Nachwuchs zu fördern.

Selma Janssen erklärt anhand des Fallbeispiels die CO2-Einsparung durch Windkraft, von Photovoltaik-Anlagen und der energetischen Nutzung von Biomasse. Mia Weib ist von ihrem Vater von Bad Kissingen nach Lampertheim gefahren worden. In ihrem Umfeld habe sie kein vergleichbares Unternehmen gefunden, das zukunftsfähige Energiekonzepte entwickle und sich am Girls’ Day beteilige. Die 13-Jährige gab den Berufswunsch Architektin an.

Im Nachbarzimmer erstellten die drei Mädchen Mathilda Bastert, Elena Mecha und Sophie Schönberger mit Unterstützung durch Mitarbeiter Steffen Molitor, zuständig für den Bereich Gebäudeoptimierung und Quartierskonzepte, einen Energieausweis. Die Schülerinnen sind zwischen zehn und elf Jahren alt, besuchen das Lessing-Gymnasium und interessieren sich für den Klimawandel. Die Mädchen lernten, Energiesparen im Einfamilienhaus schone den Geldbeutel und trage zum Klimaschutz bei. Als Grundlage für das Zusammenstellen der Energieausweise dienten den Mädchen Fotos vom Eigenheim auf ihren Handys.

Wissbegierige Schülerinnen

Wieder wurde gerechnet: der jährliche Energieverbrauch auf die Quadratmeter Wohnfläche. „Den Plan können die Mädchen mit nach Hause nehmen“, erklärte Molitor. Philipp Schönberger, Geschäftsführer –Kommunalberatung, freute sich über die sechs wissbegierigen Schülerinnen. Derweil war Sonja Niederhöfer, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, unterwegs in der Kernstadt und in Stadtteilen. Elf Stationen hatte die städtische Mitarbeiterin anzufahren, die beim Girls’ und Boys’ Day mitmachten. „Die 18 Jungs arbeiten heute in Kindertagesstätten und Kinderkrippen“, erklärte die städtische Organisatorin. Sie kam geradewegs vom Hallenbad der Biedensand-Bäder, in dem vier Mädchen im Einsatz waren, und steuerte nun die Kita Saarstraße an. Dort betätigten sich drei Jungen als Erzieher-Helfer.

Marvin Tremmel war mit einer Gruppe nach Frankfurt in das Senckenberg Naturmuseum gefahren. Die 13-jährigen Schüler Noah Kissel und Jan Westendorf spielten, turnten und musizierten mit den Kleinen. Noah besucht das LGL und Jan die Alfred-Delp-Schule. Beide sind als kleine Kinder selbst in die Kita gegangen. Sie gaben an, sich vorstellen zu können, einmal den Beruf eines Erziehers zu erlernen. Erzieherin Thea Wiedemann-Schimmel gab den Ton an, und alle zusammen sangen das Lied „Die Vogelhochzeit“ unter Begleitung der beiden Gitarristen Jan und Noah.

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