Lampertheim

Landfrauen Meteorologe erklärt komplizierte Prognose-Verfahren

Einblicke in die Arbeit der Wetterfrösche

Hofheim.Keine einfache und leichte Kost verabreichte der Diplom-Meteorologe Michael Dreier den Besuchern im bestens gefüllten Foyer des Bürgerhauses, als er über die Entstehung der Wettervorhersage referierte. Der 66-Jährige, der an der Technischen Hochschule in Darmstadt den Diplom-Studiengang Meteorologie absolviert hatte, war auf Einladung des Landfrauenvereins gekommen.

Dreier beschrieb das Wetter als einen Zustand der Atmosphäre in Abhängigkeit von Ort und Zeit. Die Vorstellung von der Atmosphäre verdeutlichte er anschaulich als ein blaues Band um die Erde, so dick wie die Schale eines Apfels. Dreier beleuchtete die markante Struktur und ging auf die verschiedenen Schichten beziehungsweise Stockwerke ein: Troposphäre, die fast wolkenlose Stratosphäre, Mesosphäre, Thermosphäre und schließlich die Atmosphäre, die dünne Gashülle um die Erde, die durch Schwerkraft zusammen gepresst wird.

„Dieses Gasgemisch nennt man Luft.“ Den Zustand der Atmosphäre charakterisierte er durch physikalische Größen wie Temperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Das Wasser in der Atmosphäre wiederum bezeichnete er als einen wichtigen Spurenstoff, unterteilt in die drei Aggregatzustände gasförmig, flüssig und fest. Ausschnitte des Films „Wo unser Wetter entsteht“ von ARD-Meteorologen Sven Plöger illustrierten die theoretische Darstellung des Referenten. Für den Weg zur Wettervorhersage führte Dreier die geltenden Gesetze der Physik in der Atmosphäre auf: Massenerhaltung, Impulserhaltung, Energieerhaltung und Feuchte.

Anschaulicher war Dreiers Beschreibung zur Wettermessung auf Meeresbojen, Schiffen, Radiussondenaufstiegen und Wettersatelliten. Für die fundierte Wettervorhersage beobachten die Meteorologen die Vorgänge in der Atmosphäre rund um den Globus und wandeln diese Beobachtungen in berechenbare Zahlen um.

Impuls aus der Seefahrt

Wie Dreier berichtete, kam der wichtigste Impuls zur Entwicklung der modernen Wetterprognose aus der Seefahrt. Im 19. Jahrhundert hätten die Meteorologen erkannt, dass die Daten der Erdoberfläche nicht mehr ausreichten, um das Wettergeschehen am Himmel zu erfassen. Satelliten als neues mächtiges Werkzeug stießen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Fenster zur fast lückenlosen Beobachtung des Wetters auf.

Heute erledigen Supercomputer beim Deutschen Wetterdienst (DWD) die Arbeit. Sie berechnen binnen 55 Minuten die Vorhersage für sieben Tage. fh

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