Lampertheim

Gesundheit Vortragsreihe „Das St. Marien lädt ein“ zum Thema Niere stößt auf großes Interesse

Einblicke in die „Kläranlage“ des Körpers

Archivartikel

Lampertheim.„Sie machen uns glücklich“, sagte Dr. Jürgen Heins, Chefarzt der Geriatrie am St. Marienkrankenhaus zur Begrüßung, auch im Namen seines s Kollegen Dr. Holger Brockmann, niedergelassener Nephrologe und Internist der Dialyse-Praxis im Lampertheimer Krankenhaus. Beide Mediziner freuten sich über die zahlreichen Besucher und ihr Interesse an der Vortragsreihe „Das St. Marien lädt ein“. Diesmal hieß das Thema „Wenn die Nieren in die Jahre kommen“.

Weil die Niere eines der wichtigsten Organe des menschlichen Körpers ist und es für die Nieren sehr wichtig sei, ausreichend zu trinken, kam von Heins auch gleich der Hinweis, dass sich die Besucher bei den bereitgestellten Getränken bedienen sollten, „damit Sie nicht trocken laufen“. Bekanntlich litten vor allem ältere Menschen wegen Flüssigkeitsmangel unter Nierenproblemen, da sie häufig zu wenig tränken. Das könne dazu führen, dass die Nieren ihre Funktion zum Teil einstellten. Diese Betroffenen seien sozusagen „trocken gelaufen“, erklärte Heins. Eineinhalb Liter Flüssigkeit am Tag sollte man unbedingt zu sich nehmen. Nur wer an einer Herzschwäche leidet, werde nicht aufgefordert, viel zu trinken.

Die Nieren bezeichne man als die Kläranlagen des Körpers, denn sie säuberten das Blut von Schadstoffen, erläuterte Heins. Schädliche Stoffe werden über die Nieren durch die Harnleiter und die Blase nach draußen gespült. Bei gesunden Menschen sollte der Urin hellgelb sein. Die Filterleistung der Nieren verglich der Chefarzt mit dem Prinzip einer Kaffeemaschine. Mit zunehmendem Alter ließen verschiedene Körperfunktionen langsam nach, so seien auch die Nieren vom Altersvorgang betroffen und die Filtrationsleistung in der Niere nehme ab. „Damit müssen wir leben, das können wir nicht ändern“, sagte der Geriatrie-Chef.

Wer regelmäßig zu viele Medikamente einnimmt – wie Blutverdünner oder die Schmerzmittel Ibuprofen, Diclofenac oder Voltaren – gefährde seine Nieren. Vor allem ältere Menschen sollten gut darüber nachdenken, was sie an Medikamenten nehmen und welche sie brauchen, empfahl der Mediziner, der dabei auch vor vorschneller Einnahme von Antibiotika und Psychopharmaka warnte. Heins verwies auf die Priscus-Liste. Dort könne nachgelesen werden, welche Medikamente bei Senioren nicht oder nur eingeschränkt gegeben werden dürften. Ein Risiko für die Nieren seien auch Diabetes mellitus und Hypertonie. Blutzucker und Blutdruck sollten gut eingestellt sein.

Wenn die Nieren versagen, habe das schwerwiegende Folgen, erklärte Brockmann. Eine chronische Nierenfunktionsstörung führe zu einer Nierenersatztherapie. Werde die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, lasse sich eine maschinelle Blutwäsche hinauszögern. Eine Dialysebehandlung sichere die Entgiftung des Körpers. Die Zahl der dialysepflichtigen Patienten in Deutschland sei gestiegen und das Alter der Dialyse-Betroffenen habe sich erhöht. Oftmals seien die Patienten über 70 Jahre. Anzeichen von Nierenversagen seien zum Beispiel Wassereinlagerungen im Gewebe. Eine Dialyse-Behandlung sei auch für ältere Menschen gut verträglich. Allerdings müssen Patienten dreimal die Woche rund fünf Stunden ins Krankenhaus. Menschen mit chronischem Nierenversagen kann eine Nierentransplantation helfen.

Die Bevölkerung sollte sich Gedanken machen, ob sie Organe spenden möchten, appellierte Brockmann. „Es reicht, wenn man seine Entscheidung seinen nächsten Angehörigen mitteilt.“ roi (Bild: roi)

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional