Lampertheim

Handball-Bezirksoberliga TV Lampertheim schlägt Titelanwärter ESG Crumstadt/Goddelau mit 29:26

Eindrucksvolle Reaktion

Lampertheim.Das war ein Paukenschlag: Nur eine Woche, nachdem die Handballer des TV Lampertheim mit einer bitteren 33:35-Niederlage in Arheilgen einen Tiefpunkt erlebten, zeigten sie eine beachtliche Reaktion: Gegen den Meisterschaftskandidaten ESG Crumstadt/Goddelau gewannen die Spargelstädter mit 29:26 (14:11). Damit verbesserten sie sich wieder auf Tabellenplatz sechs und haben den Abwärtstrend der vergangenen Wochen eindrucksvoll gestoppt.

„Heute hat niemand mit uns gerechnet. Wir sind als krasser Außenseiter in die Partie gegangen, aber dann haben die Jungs eine tolle Moral und eine sehr gute Leistung gezeigt“, freute sich TVL-Trainer Achim Schmied. Dabei wurde sogar das Fehlen von Leistungsträger Michael Redig kompensiert, der normalerweise der Dreh- und Angelpunkt des Lampertheimer Spiels ist. Für ihn übernahm Max Deissler die Spielmacherposition und hatte die Partie „richtig gut im Griff“, wie der Coach unterstrich.

Aber auch die anderen Lampertheimer zeigten sich gegenüber der Vorwoche deutlich verbessert: So wartete Matthias Zielonka mit einer sehr guten Quote auf, hatte bei seinen 13 Treffern nur fünf Fehlversuche. Auch Kreisläufer Benjamin Eschenauer wurde in Angriff und Abwehr gleichermaßen wieder zu einem Faktor im TVL-Spiel und der junge Daniel Frei, eigentlich noch in der A-Jugend am Ball, übernahm auf der „Königsposition“ im linken Rückraum eindrucksvoll Verantwortung und markierte vier Tore.

Starke Kollektivleistung

„Man müsste aber eigentlich alle Spieler aufführen: Heute haben wir im Kollektiv überzeugt, genauso wie wir eine Woche zuvor noch im Kollektiv gescheitert sind“, so Schmied. Entscheidend war, dass es dem TVL mit viel Laufbereitschaft gelungen ist, das gefürchtete Gegenstoßspiel des letztjährigen Vizemeisters im Keim zu ersticken. Gerade einmal vier Konter gelangen Crumstadt und damit kam die große Stärke der ESG nicht zum Tragen. „Die Rückwärtsbewegung haben wir im Vorfeld als Schlüssel zum Erfolg gesehen und die Mannschaft hat das super umgesetzt“, lobte Schmied. „Dazu kam die wirklich gute Abwehr – das war mehr als die halbe Miete.“ Nur in der ersten Viertelstunde führten die favorisierten Gäste, nach dem 6:7 übernahm dann aber Lampertheim mehr und mehr das Kommando. Über 8:7 setzte sich der TVL auf 12:8 (26.) ab und viele in der Jahnhalle rieben sich verwundert die Augen ob des couragierten Auftritts der Gastgeber. Im zweiten Abschnitt pendelte sich die Lampertheimer Führung bei zwei bis vier Toren ein, Crumstadt kam kein einziges Mal mehr zum Anschlusstreffer. Als Rechtsaußen Dennis Strubel 90 Sekunden vor dem Ende zum 28:24 traf, war dies die endgültige Entscheidung zu Gunsten des TVL.

„Dieser Sieg war enorm wichtig: nicht nur mit Blick auf die Tabelle, sondern natürlich auch für das Selbstvertrauen. Jetzt müssen wir aber diese Leistung konservieren und bei der Chancenverwertung noch etwas konsequenter werden“, blickte Schmied nach der Schlusssirene gleich wieder nach vorne. Schließlich wartet am Freitagabend das schwere Derby beim Tabellenvierten HC VfL Heppenheim, der erst zwei Minuspunkte auf dem Konto hat. „Da sind wir erstmal wieder Außenseiter, aber sicherlich nicht chancenlos“, so der Trainer, ehe er gemeinsam mit seinen Spielern den unerwarteten Erfolg mit den Fans in der Jahnhalle noch ausgiebig genoss.

TVL-Tore: Zielonka (13/6), Frei (4), Eschenauer, Deissler (je 3), Strubel, Bohrmann (je 2), Radmacher, Nieter (je 1). me

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