Lampertheim

Kampfsport Die Lampertheimer Kickboxer Dennis Locke und Celine Siebenäuger haben sich im niederländischen Nordhorn Weltmeister-Titel erkämpft

Eine Handvoll Medaillen für die Kickboxer

LAMPERTHEIM/NORDHORN.Zwei Starter, zwei Weltmeister: Mit einer beeindruckenden Ausbeute von zwei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille sind die Kickboxer des Lampertheimer Kanu-Clubs von den Weltmeisterschaften im niedersächsischen Nordhorn zurückgekehrt. Der 36 Jahre alte Dennis Locke und die 17-jährige Celine Siebenäuger setzten sich bei den internationalen Titelkämpfen des WFMC-Verbands an der holländischen Grenze gegen Sportler aus 54 Nationen durch – und dürfen sich nun ein Jahr lang Weltmeister nennen.

Neunfache Weltmeisterin

Dass die weltbesten Kickboxer seit Jahren auch aus der Spargelstadt kommen, daran hat man sich fast schon gewöhnt. Für die Schüler des Kampfsport-Meisters Karl-Heinz Ihrig, dessen Team eine Abteilung des Kanu-Clubs ist, scheinen Medaillen und Titel fast schon garantiert. Erfolgreichste Titelhamsterin ist seit Jahren die mittlerweile neunfache Weltmeisterin Celine Siebenäuger.

In Nordhorn trat sie erstmals sowohl bei den Junioren als auch bei den Damen an – und überzeugte in beiden Altersklassen mit dem kompletten Medaillensatz. Insgesamt errang sie einen ersten, zweimal den zweiten Platz und einmal den dritten Platz.

Dabei musste sich die Schülerin aus Lampertheim erstmals seit 2013 bei den Junioren in ihrer Paradedisziplin „Leichtkontakt“ geschlagen geben, hatte zuvor aber jeden Titel bei WFMC-Weltmeisterschaften in dieser Disziplin geholt. Auch in diesem Jahr machte sie es ihren Gegnerinnen nicht leicht, erst im Viertelfinale war nach einem äußerst umkämpften und umstrittenen Kampf in der Verlängerung Endstation. „So ist Turniersport eben“, sagt ihr Trainer Karlheinz Ihrig. Immerhin gab es am Ende die Bronzemedaille. Besser lief es im Semi-Kontakt. Am Ende setzte sich die Lampertheimerin gegen eine belgische Kämpferin mit 20:19 durch und sicherte sich den WM-Titel.

„Was für ein geiler Kampf“, erinnert sich Vereinskollege Dennis Locke. Im Gegensatz zu seinem weiblichen Pendant feierte der 36-Jährige in Nordhorn seine WM-Premiere – und krönte sie mit dem Weltmeistertitel im K1. Die Veranstalter selbst hatten den Lampertheimer als Neuling wohl nicht auf der Rechnung und machten es dem Ihrig-Schüler dementsprechend nicht gerade einfach. „Ich musste drei Kämpfe hintereinander und ohne Pause kämpfen. Da kam ich mir fast ein bisschen veräppelt vor“, berichtet er. Damit nicht genug – auch das Finale sollte unmittelbar nach seinem dritten Sieg stattfinden. Eine Vorgabe, die auch Verbandsmitglied und Nationaltrainer Karlheinz Ihrig stutzig machte. Für seinen Schützling legte er Protest ein – der war aber nicht mehr nötig. Lockes Siegesserie hatte seinen Finalgegner aus England offenbar so beeindruckt, dass der gar nicht mehr zum Kampf antrat.

Celil Yaha Yildiz, mehrfacher Weltmeister der vergangenen Jahre, konnte in diesem Jahr nicht um den Titel mitkämpfen. Ein Manöver in Österreich verhinderte die Teilnahme des Bundeswehrsoldaten. „Dann eben im kommenden Jahr“, freut sich sein Coach schon, der mit der Ausbeute zufrieden ist. „100 Prozent. Besser geht’s nicht!“

2020 geht es nach Antalya in die Türkei. Weil die Kampfsportler Anreise und Übernachtung für das dreitägige Event selbst zahlen müssen, suchen die Kickboxer und ihr Trainer noch Sponsoren.

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