Lampertheim

Lukasgemeinde Adam Herbert nach 29 Jahren in Lampertheim in den Ruhestand verabschiedet

Eine Pfarrer-Ära geht zu Ende

LAMPERTHEIM.Mit dem Abschied von Pfarrer Adam Herbert geht in der evangelischen Lukasgemeinde eine Ära zu Ende. Nach 29 Jahren geht der Geistliche, der besonders durch seine mitfühlende Art, sein großes Herz und seinen Humor in Erinnerung bleiben wird, in den Ruhestand. Eine bis auf den letzten Platz gefüllte Domkirche zeigte: Er wird den Lampertheimern fehlen.

Ein letztes Mal schritt der 64-jährige im Sonntagsgottesdienst sichtlich gerührt hinauf zur Kanzel und sprach zu seiner Gemeinde. Viele Kirchengänger konnten es auch bei Herberts letztem Gottesdienst noch nicht ganz glauben. Für viele ist der Geistliche „einfach schon immer da“, ein Gemeindeleben ohne Adam Herbert kaum vorstellbar.

Schließlich trat er seinen Dienst in der Spargelstadt bereits am 1. Oktober 1990 an. Mit seiner 29-jährigen Amtszeit hat Herbert tatsächlich alle seine evangelischen Vorgänger übertroffen. Er selbst hätte das zu Beginn wohl am allerwenigsten geglaubt. Denn nach Lampertheim kam Herbert über Umwege. Geboren in Stockstadt, führte ihn erst ein Neuanfang nach einer gescheiterten Ehe in die Lukasgemeinde. In Lampertheim machte sich „der Neue“ schnell mit seiner Art beliebt. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht und nie um einen lustigen Spruch verlegen – so haben ihn die Lampertheimer mit der Zeit lieben gelernt.

Gleichzeitig sei er aber auch ein „Ruhepol“ gewesen, der in jeder Situation Lebensweisheiten parat und für alle Menschen – nicht nur die seiner eigenen Gemeinde – ein offenes Ohr hatte, betonte die Starkenburger Pröpstin Karin Held, die Herbert offiziell von seinen Ämtern entpflichtete. In der vollbesetzten Kirche erwiesen dem Geistlichen mit dem Chor Mosaik, dem Kirchenchor und dem Posaunenchor gleich drei Formationen die Ehre.

Stolz und dankbar

Warum er so beliebt war, zeigte der scheidende Pfarrer einmal mehr mit seiner letzten, ergreifenden Predigt. „Gott ist die Liebe“, rief er der Gemeinde zu. Es gebe aber einen Unterschied zwischen menschlicher und göttlicher Liebe. „Unsere Gefühle sind immer eine Reaktion. Weil wir jemanden sympathisch finden zum Beispiel. Gottes Liebe aber“, betonte er, „braucht keinen Grund. Ob du es weißt oder nicht: Gott liebt dich“. Für seine „schlechten“ Predigten bat er schmunzelnd um Gottes Erbarmen. „Stolz und dankbar“ sei er für die lange Zeit in der Lukasgemeinde. Besonderen Dank sprach er dabei seiner Frau Regina und seiner großen Familie mit sechs Kindern und neun Enkeln aus. Da habe er sich manches Mal am Büroschreibtisch ausruhen müssen, scherzte er.

Die Gemeinde wisse er zu seinem Abschied in guten Händen. „Die Lukasgemeinde steht für offene Türen und volles Leben. Das wird auch so bleiben“, war er sich sicher. Ohnehin möchte Herbert – dann nicht mehr als Pfarrer – der Gemeinde erhalten und in Lampertheim wohnen bleiben. Die Stadt und die Menschen seien ihm einfach ans Herz gewachsen.

Eine letzte Botschaft hatte er dann aber doch noch: „Bewahrt euch eure Leidenschaft und eure Liebe. Was für ein Segen, in dieser Gemeinde gewirkt zu haben.“ ksm

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