Lampertheim

Nabu Mitmach-Aktion für Naturfreunde am Wochenende

Eine Stunde für die Vögel

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Experten erkennen auch in Lampertheim die Tendenz eines allgemeinen Rückgangs der Vogelarten. Im Zuge des Klimawandels verändern sich außerdem die Wintergewohnheiten mancher Zaungäste. Bei der Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ können Naturfreunde an diesem Wochenende verschiedenste Vogelarten zählen und dem Nabu melden. „Jeder kann mitmachen. Das pure Interesse reicht aus, man braucht nur eine Stunde Zeit“, sagt Andrea Hartkorn vom Lampertheimer Nabu. Von ruhigen Beobachtungsplätzen im Siedlungsraum, etwa am Futterhäuschen im Garten, auf dem Balkon oder im Park, sollen Vögel gezählt und an die Organisation gemeldet werden. Im Mittelpunkt stehen vertraute und weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Auch Zugvögel, die unsere Breiten in der kalten Jahreszeit eigentlich verlassen, überwintern inzwischen in Deutschland. In Lampertheims Industriegebiet seien etwa Hausrotschwänze, entlang des Altrheins auch immer häufiger Halsbandsittiche zu beobachten. „Letztere gehören zu den Papageien und sind hier eigentlich nicht heimisch. Man hört sie aber seit zwei, drei Jahren“, so Ornithologe Peter Petermann. Von größeren Städten seien sie wegen des milderen Klimas inzwischen auch nach Lampertheim übergesiedelt. In Lampertheim sei offizielles Monitoring wichtig, findet Andrea Hartkorn. Denn die Zählungen von NABU-Experten, sagt die Ortsverbandsvorsitzende, würden nicht anerkannt.

Sie hält in diesem Zusammenhang die KABS-Einsätze gegen Schnaken im Sommer für „nicht mehr zeitgemäß“, da die Mücken und Larven Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten sind. Den Einsatz des Bauhofs sehen sowohl Hartkorn als auch Petermann dagegen durchaus positiv – etwa beim Bau von Schwalbennestern. ksm

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional