Lampertheim

Vatertag Die Feste feiern in Lampertheim aus / Aber Gaststätten haben geöffnet

„Einem Vereinsmenschen tut das weh“

Archivartikel

Lampertheim.Für einige Vereine sollte es ein Höhepunkt im Kalender werden, für andere wäre es immerhin eine sichere Einnahmequelle gewesen. Wieder andere wollten den Vatertag nutzen, um sich bei Jugendlichen und potentiellen Mitgliedern zu zeigen. Doch die traditionellen Feste an Christi Himmelfahrt beim Carneval-Club Rot-Weiß (CCRW), dem Wassersportverein (WSV), der Martin-Luther-Gemeinde oder der Egerländer Gmoi Hofheim sind ausnahmslos abgesagt. Geöffnet haben dagegen einige Vereinsgaststätten.

Gehofft hatten einige bis zuletzt. „In der aktuellen Lage hätte es aber einfach keinen Sinn gemacht“, sagt WSV-Vorsitzender Rainer Vetter über die Veranstaltungsabsage. Nach den leichten Lockerungen wäre eine Ausrichtung zwar noch möglich gewesen – allerdings mit starken Einschränkungen. „Maximal 100 Leute, die immer Abstand halten müssten – das ist nicht umsetzbar“, erklärt der WSV-Chef. Dafür einen Getränkewagen anmieten und den Grill anschmeißen? Vetter und seine Ehrenamts-Kollegen in Lampertheim sehen darin weder Sinn noch Rentabilität.

Doch der Wegfall der Feste hat für die Vereine nicht nur finanzielle Nachwirkungen. Damit einher gehen auch Einschnitte ins soziale Leben. „Für uns ist das grauslich“, sagt Freddy Herweck, Vorsitzender des CCRW. Auf dem Gelände am Sandtorfer Weg hätte am Donnerstag eine große Sause steigen sollen, stattdessen trifft sich der geschäftsführende Vorstand im kleinen Kreis. Die Mitglieder wollen sich einen Überblick verschaffen, wie der Verein finanziell aufgestellt ist und wie viel Geld er durch die Corona-Krise verloren hat. Eine aufwendige Fastnachtskampagne will schließlich bezahlt werden. Besonders schlimm für die sonst fröhlichen Fastnachter ist, dass sie sich kaum noch sehen. „Das sind Verbindungen, die man teilweise jahrzehntelang aufgebaut hat“, sagt Herweck. Zwar halte man über das Handy Kontakt und in der Narrengruppe kämen noch immer „viele dumme Sprüche“. „Aber das ist nicht dasselbe. Als Vereinsmensch tut das weh“, so der Vorsitzende.

Auch bei der Egerländer Gmoi in Hofheim gibt es in diesem Jahr kein Fest. Das sei schon vor Corona aufgrund des Personalmangels klar gewesen. Rita Sittauer hofft nun auf das Weihnachtsprogramm. Stark betroffen sind auch Kirchengemeinden. Beim Fest der Martin-Luther-Gemeinde hätten die Pfadfinder vom Stamm Kurfürst Friedrich III. Stockbrot gebacken und Kinder betreut. Deren Vereinsleben ist mit der Corona-Krise völlig zusammengebrochen. Weil die Truppe besonders in der Jugendarbeit engagiert ist, sei das Kontakt-Halten schwierig.

„Wir geben zwar Bastelanleitungen weiter, aber die Pfadfinderschaft lebt vom Treffen und Spielen in der Natur“, so Alexandra Zähringer. Als sie zum ersten Mal wieder ins Vereinsheim kam, habe sie gemerkt, wie sehr ihr die Zusammenkünfte fehlen. Austritte hat es noch keine gegeben. Ob alle Kinder nach einer so langen Pause wiederkommen? „Ich weiß es nicht“, sagt Zähringer.

Immerhin haben am Donnerstag einige Vereinsgaststätten mit öffentlicher Konzession wie der „Tennispark Lampertheim“ beim TC oder das „Serve and Volley“ bei der benachbarten TG Bobstadt geöffnet.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional